München. BMW will im deutschen Handel seine Marke Mini künftig deutlich von der Hauptmarke BMW trennen. Den Händlern soll die Trennung beider Fabrikate mit einem üppigen Baukostenzuschuss von bis zu 300.000 Euro schmackhaft gemacht werden. "Wenn ein BMW-Händler heute noch Mini in seinem Showroom hat sollen diesen Platz künftig die Fahrzeuge der unteren Klasse von BMW einnehmen", sagte BMW-Deutschlandchef Karsten Engel im Gespräch mit der Automobilwoche.
Der Münchner Premiumhersteller will mit der unteren Klasse eine neue Modellfamilie unterhalb des Einser einführen. Dafür soll der Handel nun Platz im Ausstellungsraum schaffen. Und da die untere Klasse mit Frontantrieb dem Mini technisch ähnlich ist, wird die strengere Markentrennung mit den ab Oktober 2013 gültigen neuen Händlerverträgen notwendig.Mini soll erwachsen werden
"Im gleichen Showroom wird es keine anderen Marken geben, das geht nicht", sagte Engel. Die Händler sehen dies positiv. "Wenn Mini jährlich 30.000 bis 40.000 Autos in Deutschland verkauft ist die Markentrennung sinnvoll", sagte Werner Entenmann, Präsident des Verbands der BMW-Vertragshändler, der Automobilwoche. Die untere Klasse sei Konkurrenz zum Mini "und wir möchten uns keine Konkurrenz im eigenen Haus machen", erklärte Entenmann.
Für beide Marken soll es getrennte Eingänge geben, reine Mini-Verkäufer sollen künftig ebenso wie Mini-Serviceberater zahlreicher werden. BMW geht dabei auf Gegebenheiten beim Händler vor Ort ein. "Natürlich ist für uns ein gegenüberliegendes Gebäude oder Mini als Exklusivbetrieb an einem eigenen Standort das maximal Mögliche, das heißt aber nicht, dass es zwingend notwendig ist. Es wird nichts aufoktroyiert", sagte eine BMW-Sprecherin.In Deutschland gibt es 225 Mini-Betriebe, davon 32 in Niederlassungen und 193 bei BMW-Partnern. Exklusive Mini-Betriebe gibt es bislang nicht, laut Entenmann haben sich aber zwei Händler dafür beworben. Wenn Mini eigenständig im Kubus präsentiert wird könne für eine höhere Auslastung eine Werkstatt für beide Marken genutzt werden, sagte Engel.
Bei den hohen Baukosten für neue Gebäude erhalten die Händler vom Autohersteller eine üppige Unterstützung, die laut Entenmann je nach Verkaufsvolumen zwischen 60.000 und 300.000 Euro liegt und einmalig gewährt wird. "Der Händlerverband konnte erreichen, dass jene Händler, die in den vergangenen Jahren gebaut haben und nun die Standards erfüllen, den Baukostenzuschuss nachträglich erhalten", sagte Entenmann. (Foto: BMW-Autohaus Fink)