München. Versicherungen mit Werkstattbindung gewinnen immer mehr an Bedeutung. Bei der HUK-Coburg, die als Vorreiterin des Konzepts bereits seit 2002 mit einem eigenen Netz an Partnerwerkstätten zusammenarbeitet, machen sie etwa die Hälfte der neuen Kaskoverträge aus. Auch der Bestand entsprechender Policen ist in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen. 2008 sind es noch 1,3 Millionen gewesen, inzwischen liegt die Zahl bei annähernd 2,4 Millionen, hieß es auf Anfrage der Automobilwoche. Damit beinhaltet etwa jeder dritte Kaskovertrag der HUK Vereinbarungen zur Werkstattbindung. Es sind Hunderttausende Unfallreparaturen, die inzwischen jedes Jahr in Deutschland unter die Werkstattbindung fallen. Die HUK-Coburg zählte bei sich 195.000 im vergangenen Jahr – Glasschäden nicht mitgerechnet. Das bedeutet beinahe eine Verdoppelung seit 2008. Auch die Innovation Group, die in Deutschland für 45 Versicherungen und 51 Fahrzeugflotten Schadensfälle abwickelt, meldet steigende Zahlen. Inzwischen kommen die Stuttgarter auf 145.000 Reparaturen mit Werkstattbindung pro Jahr.
Hunderte Millionen EuroEs ist viel Geld, das auf diese Weise kanalisiert zu den Werkstätten fließt, die mitmachen. Alleine bei der HUK ging es im vergangenen Jahr um ein Nettoumsatzvolumen von 328 Millionen Euro, das sich auf die 1270 Betriebe im Netzwerk des Versicherers verteilte. Und dazu kommen noch Aufträge anderer Versicherer, für die die HUK-Coburg ihr Netzwerk geöffnet hat. Da überrascht es nicht, dass so mancher Betrieb ein Stück vom Kuchen abhaben will. Das Interesse sei groß, heißt es bei der HUK. Die Versicherung hat ihr Netzwerk in den vergangenen Jahren dennoch nur langsam ausgebaut. Man wolle die beteiligten Betriebe erst gut auslasten, bevor man sich ausweite, sagt ein Sprecher. Bei der Innovation Group praktiziert man dagegen einen „kontinuierlichen Ausbau“ des Partnernetzes von 645 auf 850 in den Jahren 2008 bis 2011. Die Zufriedenheit im Netz sei hoch, betont man beim Dienstleister. Kritischer äußerst man sich beim ZDK, der darauf hinweist, dass der Eintritt in solch ein Netzwerk eine zweischneidige Angelegenheit sei. „Für die Betriebe kann sich das zwar positiv auf die Auslastungsquote in der Werkstatt auswirken. In der Regel sind damit aber auch festgelegte Preise bei Teilen und Schmierstoffen sowie reduzierte Stundenverrechnungssätze verbunden“, erklärt ein Sprecher. „Daher sollte jeder Betrieb genau prüfen, ob solche Verträge betriebswirtschaftlich sinnvoll sind und nicht etwa den Serviceertrag zu stark schmälern.“ Ihren Job scheinen die Werkstätten allerdings unabhängig davon gut zu machen. Nach Angaben der Innovation Group sagten bei Befragungen fast alle Kunden, sie seien mit der Reparatur zufrieden gewesen.Mehr Werkstattbindung
Versicherungen mit Werkstattbindung gewinnen immer mehr an Bedeutung. Bei der HUK-Coburg, die als Vorreiterin des Konzepts bereits seit 2002 mit einem eigenen Netz an Partnerwerkstätten zusammenarbeitet, machen sie etwa die Hälfte der neuen Kaskoverträge aus. Auch der Bestand entsprechender Policen ist in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen. 2008 sind es noch 1,3 Millionen gewesen, inzwischen liegt die Zahl bei annähernd 2,4 Millionen, hieß es auf Anfrage der Automobilwoche. Damit beinhaltet etwa jeder dritte Kaskovertrag der HUK Vereinbarungen zur Werkstattbindung.