Der Benziner unter Druck, der Diesel unter Dauerfeuer. Da wird der Elektromotor zum Heilsbringer, nicht nur bei Audi und VW. Das einzige Problem ist der Kunde. Nur gut 10.000 neue E-Fahrzeuge werden 2015 in Deutschland einen Käufer finden. Der Ölpreis fällt, der Strompreis steigt. Ein Barrel Brent kostet nicht mehr als vor elf Jahren. Erschwerend kommt hinzu, dass die Stromer noch immer relativ teuer sind. Deren Preis wollen die Hersteller nicht wirklich senken. Lieber ruft man nach der Politik. Volkswagen-Chef Matthias Müller ist sich sicher, dass es ohne Subventionen nicht gehen wird. Dieter Zetsche verweist auf das bereits Geleistete in Sachen Elektro bei Daimler, und Harald Krüger nutzt die guten Verkaufszahlen des i3 in Norwegen, um darauf hinzuweisen, dass staatliche Förderung der richtige Weg sei. Während man hier um Subventionen ringt, baut der Elektroauto-Pionier Tesla so ganz nebenbei ein Netz von Schnellladestationen in Europa.
Wäre es wirklich der richtige Weg, mit Steuergeldern die Konzernbilanzen noch hübscher und die Aktionäre noch glücklicher zu machen? Man darf gespannt sein, wie sich die Regierung bei den monetären Kaufanreizen für E-Fahrzeuge entscheidet. Wir wissen ja, dass Sigmar Gabriel sie gerne hätte. Obgleich die Empfehlung von Elon Musk an ihn doch lautete, man solle doch lieber den CO2-Ausstoß angemessener bepreisen. Wahrscheinlich war dem Tesla-Chef nicht bewusst, dass er sich allein von der deutschen Mineralölsteuer auf einen Liter zu Hause in den USA einen Liter Petrol kaufen kann. Gebt den Elektrofahrzeugen Parkplätze, die Standspur auf der Autobahn oder auch die "Goldene Blattlaus" der Deutschen Umwelthilfe am Bande. Aber muss es denn Steuergeld sein? Jürgen Karpinski, Präsident des ZDK, sagt nein. Und das, obwohl seine Mitglieder bei der Hochvolttechnologie schon in den Startlöchern stehen. 7200 geschulte Mechatroniker warten mittlerweile auf die bis 2020 avisierte Million Elektrofahrzeuge. Gut, dass sie auch noch die Common-Rail- und Pumpe-Düse-Technologie beherrschen.