Cagliari. Mazda Motors Europe-CEO James Muir erzählt gern vom Erfolg im abgelaufenen Geschäftsjahr 2005/2006: "Wir haben 280.000 Autos verkauft -- fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Im laufenden Jahr wollen wir 300.000 Einheiten erreichen." Genauso gern erzählt Muir vom Erfolg des Kompaktmodells Mazda3: "Wir könnten davon noch viel mehr verkaufen." Nur produzieren kann Mazda die nötigen Autos nicht. Zu gross ist derzeit noch der Schuldenberg, der auf dem japanischen Hersteller lastet. "Das Verhältnis von Schulden gegenüber dem Vorsteuergewinn konnten wir zwar von 300 auf 80 Prozent im abgelaufenen Geschäftsjahr senken. Dennoch können wir nicht so viel investieren, wie wir müssten", klagt Muir.
Mazda ordnet Produktion neu
Derzeit liegen die Netto-Verbindlichkeiten von Mazda bei 1,7 Milliarden Euro. Neue Werke sind deshalb nicht in Sicht. "Wir bräuchten gerade in Europa eine Fertigung, vor 2012 wird das aber nicht realisierbar sein", sagt Muir. Derzeit läuft nur der Mazda2 im Ford-Werk im spanischen Valencia vom Band, alle anderen Modelle werden importiert. Auch der nächste Mazda2 wird wieder aus Japan kommen, denn Ford beansprucht das Werk in Spanien für sich, da dort ein neues Focus-Derivat gebaut werden soll. Da aber auch die japanischen Werke bereits die Kammlinie erreicht haben, müssen anderweitig Kapazitäten geschaffen werden.
Seit März rollt der Mazda3 im chinesischen Chongqing vom Band. Die dortige Changan Automotive Group wird als Jointventure von Ford und Mazda betrieben. "Das ist eine vollständige Produktion, kein reines CKD-Werk", betont Muir. Nun gibt es offenbar konkrete Pläne, Teile der japanischen Mazda3-Produktion aus Japan nach China zu verlegen, um im Mutterland Platz für neue Modelle wie den Mazda2 zu schaffen. Künftig wird Mazda in China also auch für den Export produzieren. Dass die in Deutschland angebotenen Mazda3 künftig ebenfalls aus China importiert werden, wollte Muir nicht bestätigen: "Sicher ist nur, dass der nächste neue Mazda aus japanischer Fertigung stammt."
Mit dem Ford-Jointventure in China ist man bei Mazda zwar zufrieden, doch bei der Fertigung in den USA sollten sich die Japaner von dem amerikanischen Grossaktionär lösen, glaubt Muir: "Wir müssen da raus, damit wir den US-Markt besser bedienen können." Im US-Staat Michigan sowie in Mexiko laufen an insgesamt drei Ford-Standorten auch Mazda-Modelle vom Band. Die US-Verkäufe gingen im vergangenen Jahr um 2,1 Prozent auf knapp 264.000 Einheiten zurück -- nicht zuletzt wegen einer verfehlten Modellpolitik. So ist der Mazda6 im Gegensatz zu seinen Konkurrenten nicht mit einem Sechszylindermotor erhältlich, und auch das neue SUV CX-7 kommt nur mit einem einzigen Vierzylinder auf den Markt -- von Hybriden keine Spur. "Bei der technischen Entwicklung sind wir hinter dem Wettbewerb zurück", gibt Muir zu.