Mainz. Hans-Jürgen Persy handelt im besten Sinne antizyklisch: Während viele seiner Kollegen um den Erhalt ihrer Autohäuser bangen, baut der Vorstandschef der Löhr-Gruppe vier neue Betriebe für sechs Marken auf die grüne Wiese. In Mainz will Persy künftig ein neues VW-Zentrum für Pkw und Nutzfahrzeuge führen, je ein neues Zentrum für Audi und Porsche und ein Toyota-Haus, das einen separaten Schauraum für Lexus bekommen soll. Insgesamt investiert die Koblenzer Löhr-Gruppe, die elftgrößte Handelsgruppe Deutschlands, laut Persy zwischen 20 und 30 Millionen Euro in die neuen Häuser. Persy ist sich bewusst, dass seine Investition in eine denkbar schwierige Zeit fällt.
Deshalb hat die Geschäftsführung im vergangenen Jahr die Pläne zweimal überprüft. „Wir haben uns die Entscheidung nicht ganz einfach gemacht und alle möglichen Szenarien durchgespielt. Auch das Szenario, trotz der neuen Automeile kein einziges Auto zusätzlich zu verkaufen“, sagt der Vorstandsvorsitzende. Ungeachtet der schwierigen Situation im Autohandel hat sich die Koblenzer Gruppe letztendlich zum Bau der neuen Meile in Mainz entschlossen. Selbst den schlimmsten Fall, wenn der Neubau also keinen Zuwachs im Absatz brächte, könnte Löhr finanziell verkraften, sagt Persy. Läuft es für Löhr nach Plan, dann werden am neuen Standort jährlich 5000 neue und gebrauchte Fahrzeuge verkauft.
Im September soll als erstes Haus das Porsche- Zentrum eröffnen. Es wird – wie alle anderen Häuser der Automeile – die Corporate Identity der Marke voll erfüllen. Das neue VWZentrum wird laut Persy nach einem VW-Betrieb in Schanghai das weltweit zweite Verkaufshaus in modularer Bauweise sein. Er ist optimistisch, dass die Automeile den erhofften Erfolg bringt. „Wir haben in den vergangenen Jahren beispielsweise in Trier erlebt, dass ein neues Audi-Zentrum durchaus eine Sogwirkung entfaltet“, erklärt Persy.