München. Ford hat mit dem Mustang bewiesen, dass ein mit Feingefühl konstruiertes Retro-Auto die Kassen klingeln lassen kann. Der in Mexiko gefertigte Sportwagen verkaufte sich im vergangenen Jahr als Coupé und Cabrio über 160.000-mal -- fast so viele, wie vom Brot-und-Butter-Modell Focus in den USA verkauft wurden. DaimlerChrysler und GM haben diesen Trend verschlafen. Nun hoffen beide, mit den Neu-Interpretationen der Muscle-Cars Dodge Challenger und Chevrolet Camaro das Image der Konzerne aufpolieren zu können. Die Anfang des Jahres präsentierten Studien werden inzwischen für die Serienproduktion flottgemacht, auch Cabrio-Varianten befinden sich in der Entwicklung. Marktstart: nicht vor dem Modelljahr 2008 und somit fast vier Jahre nach dem Mustang.
Mächtige Muscle-Cars machen müde Marken munter
Nick Margetts, Geschäftsführer des Automobilmarktforschers Jato Dynamics, bescheinigt zumindest dem Camaro eine rosige Zukunft: "Der Chevy ist kein Me-too-Produkt, er hat wie der Mustang eine eigene Blutlinie, die lückenlos in die Vergangenheit zurückreicht." Selbst in Deutschland habe der Camaro eine Fangemeinde. Den Challenger kennt hierzulande kaum jemand, doch ein Import ist ohnehin nicht geplant. "Neben dem Chrysler 300C ist kein Platz für ein weiteres E-Segment-Modell," sagt Joe Eberhardt, Chrysler-Vertriebschef. Doch auch für die Fans in den USA ist das Vorbild des Dodge, das schon 1970 Premiere feierte, zu weit weg. "Dodge kann allenfalls vom Erfolg der anderen profitieren", sagt Margetts. Der Mustang ist auch in Deutschland ein Hit -- als Grauimport ab rund 30.000 Euro, den sich auch Ford-Händler gern in den Showroom stellen. "Eine Serien-Homologation wäre zu teuer geworden", heisst es bei den Kölner Ford-Werken.