Stuttgart. Anbieter besonders emissionsstarker Fahrzeuge wie Porsche könnten neben Boris Johnson, dem neuen Bürgermeister von London, zu den Gewinnern der Kommunalwahlen in Großbritannien von Anfang Mai zählen.
Johnsons Vorgänger, der Labour-Politiker Ken Livingstone, hatte sich für eine drastische Erhöhung der sogenannten Congestion Charge ab Oktober eingesetzt. Die City-Maut für bestimmte Bereiche der Millionenmetropole sollte bei Fahrzeugen mit großem Hubraum und hohem CO2-Ausstoß wie dem Porsche-SUV Cayenne auf 25 Pfund (rund 32 Euro) pro Tag steigen. Eine derart "scharfe Bestrafung" der nach einem Londoner Nobelstadtteil auch "Chelsea Tractors" genannten Kraftwagen lehnte der konservative Kandidat Johnson im Wahlkampf ab.
Porsche hatte gegen die Pläne Livingstones geklagt und hofft nun auf deren Rücknahme: "Der Wahlsieg von Boris Johnson ist eine Absage an die radikalen und ungerechten politischen Maßnahmen, die zur Absicht hatten, Autofahrer übermäßig zu besteuern", erklärte Porsche auf Anfrage von Automobilwoche. "Bürgermeister Johnson sollte sein Wahlversprechen einlösen und die Straßenmaut-Pläne für London aufgeben." Beobachter rechnen mit einer zügigen Entscheidung.