München. Achtstufen-Automatikgetriebe, Front- und Heckradar, Video-Beobachtung des Fahrers, automatisches Einparken und HiFi-Surround-System mit 19 Lautsprechern - der neue Lexus LS 460 ist das Technik-Flaggschiff der Toyota-Tochter. Das gilt auch für die elektrische Servolenkung EPS ("Electric Power Steering") samt variabler Lenkübersetzung VGRS ("Variable Gear Ratio Steering"), die vom japanischen Zulieferer JTEKT Steering entwickelt wurde.
Ihr Elektromotor arbeitet mit einer Spannung von 27 bis 46 Volt und besitzt damit in etwa die doppelte Leistung herkömmlicher Servomotoren. Der Clou: Die höhere Spannung für die Elektrolenkung wird mithilfe eines Spannungsreglers erzeugt. Der Lexus LS 460 besitzt also ein konventionelles Zwölf-Volt-Bordnetz und nicht das viel diskutierte 42-Volt-Netz.
Die höhere Spannung ist nötig, um die Lenkübersetzung in Bruchteilen von Sekunden zwischen 11,6:1 und 16,6:1 (mit 19-Zoll-Rädern 11,7:1 bis 16,7:1) anzupassen - abhängig vom Lenkwinkel des Fahrers und der Fahrgeschwindigkeit. Diese Aufgabe übernimmt ein Aktuator, der aus einem Hochleistungsmotor, einem Untersetzungsmechanismus sowie einer mechanischen Verriegelung zwischen Eingangs- und Ausgangswelle der Lenkung besteht. Letztere ist erforderlich, damit bei einer Störung ein "Fall-Back-System" greift: In diesem Fall wird die Welle des Motors automatisch arretiert und somit wieder eine mechanische Verbindung von Lenkrad und Vorderrädern hergestellt. Damit bleibt die herkömmliche Lenkfunktion mit konstanter Übersetzung erhalten.
Bei der Aktivlenkung von BMW und ZF Lenksysteme, die 2003 im Fünfer-BMW debütierte, greift zwar auch ein Elektromotor ein und verändert Lenkübersetzung und Lenkeinschlag der Räder. Doch ist bei dieser Überlagerungslenkung ein Planetengetriebe in die geteilte Lenksäule integriert. Dort greift ein Elektromotor ein und addiert je nach Fahrsituation einen positiven oder negativen Zusatzlenkwinkel zu dem vom Fahrer vorgegebenen Lenkradwinkel.