Nachterstedt. Ihre Produkte sind besonders leicht und deshalb gerade schwer gefragt: "Wir rechnen noch auf viele Jahre mit einem leicht zweistelligen Wachstum für Aluminium im Automobilbau", sagt Erwin Mayr, Präsident von Novelis Europe. Er hat deshalb gerade die Kapazität im Werk Nachterstedt in Sachsen-Anhalt deutlich aufgestockt.
62 Millionen Euro hat der US-Konzern dort in eine neue Linie zur Aluminium-Wärmebehandlung investiert und kann so pro Jahr weitere 120.000 Tonnen Leichtbaubleche für die Fahrzeugindustrie produzieren. Zusammen mit der bereits installierten 130.000-Tonnen-Anlage in Nachterstedt und zwei weiteren Werken kommt die Autosparte von Novelis so auf eine europäische Jahreskapazität von 350.000 Tonnen. "Das sollte zumindest für die nächsten drei Jahre ausreichen."
Mittlerweile gibt es vom Werk Nachterstedt einen "Zwilling" bei Schanghai, um mittelfristig auch ohne Exporte aus Europa den rasant wachsenden Bedarf in China befriedigen zu können. Zudem wurden auch die US-Standorte ausgebaut.
Doch weitere Investitionen werden folgen. "Denn wir stehen noch ganz am Anfang der Entwicklung: Leichtes Aluminium ist schwer im Kommen", so der Novelis-Chef. Er sieht diese Prognose durch den aktuellen Abgasskandal des VW-Konzerns bestätigt. "Die Technik der konventionellen Motoren ist offenbar weitgehend ausgereizt." Und falls die Elektrifizierung der Antriebe voranschreite, werde der Leichtbau und mit ihm das Aluminium an Bedeutung gewinnen.
Sorgen um die Zukunft seiner Branche macht sich Mayr daher nicht. Zwar habe Novelis seine Rolle als Beinahe-Monopolist in den vergangenen Jahren eingebüßt und die Konkurrenz sei aufgewacht, räumt er ein. Doch bei einem Verhältnis von Aluminium zu Stahl von fünf zu 95 Prozent sei für alle noch genügend Luft. Und dass Carbonfasern dem Leichtmetall einmal den Rang ablaufen werden, sei auf absehbare Zeit nicht zu befürchten: "Das werde ich in meiner Karriere nicht mehr erleben", ist der Manager überzeugt. Mayr ist gerade einmal 46.