Wieselburg. Der österreichische Zulieferer Zizala Lichtsysteme wächst seit der Krise mit jährlichen Raten von 30 Prozent und mehr. In diesem Jahr soll der Umsatz der ZKW-Tochter gut eine halbe Milliarde Euro erreichen. Vom Hauptprodukt, den Frontscheinwerfern, dürften 2,5 Millionen Einheiten ausgeliefert werden. Damit, so Hubert Schuhleitner, Vorsitzender der Geschäftsführung, liege man nun wieder im Plan. Mit dem stärkeren Wachstum seit 2010 wurde die Delle von 2008/ 2009 ausgeglichen. Erreicht habe man dies ohne Zukäufe. Nach dem steilen Aufwärtstrend 2010 bis 2012 seien für die Folgejahre deutlich kleinere Zuwächse geplant, sagte Schuhleitner der Automobilwoche.
In das Lichtgeschäft war der Zulieferer erst 1982 eingestiegen. Bis dahin hatte das 1938 von Karl Zizala gegründete Unternehmen ZKW (Zizala Karl Wien) Blechteile gefertigt. Nach dem Auftrag von BMW 1989 – Hauptscheinwerfer für den Dreier – konnte das Familienunternehmen nach und nach auch Audi, Daimler, Porsche und Volvo als Kunden gewinnen. Für BMW, den größten Kunden, liefert Zizala seit rund einem Jahr auch den ersten LED-Hauptscheinwerfer, der als Option im Sechser erhältlich ist. Den Marktanteil für Frontleuchten im europäischen Premiummarkt beziffert ZKW auf acht Prozent. Vom Geschäft mit LED-Scheinwerfern erwartet Schuhleitner ab 2013 rund die Hälfte des geplanten Wachstums von dann noch bis zu zehn Prozent. Nicht zuletzt das Interesse der Käufer des BMW Sechser an den LED-Scheinwerfern stimmt die Wieselburger zuversichtlich. Und mindestens im Premiumsegment wird sich nach Einschätzung der ZKW Group das LED-Licht im Hauptscheinwerfer noch weiter verbreiten. Für einen europäischen Autobauer entwickeln die Ingenieure in Wieselburg auch die nächste Technologie, die als Matrix- oder Pixel-Licht bekannt ist.Dabei wird die Fahrbahn ständig mit Fernlicht ausgeleuchtet. Trotzdem werden andere Verkehrsteilnehmer nicht geblendet, weil exakt jener Bereich, in dem sie sich befinden, abgedunkelt wird. Den Namen des Kunden, für den ZKW solche Scheinwerfer entwickelt, nennt das Unternehmen zwar nicht. Aber im Internet zeigt Opel bereits ein Werbevideo, in dem ein ZKW-System zu sehen ist. Auch international ist ZKW aktiv. So entstand 2011 das Werk in Dalian (China), in dem seit diesem Jahr Scheinwerfer für den Dreier-BMW hergestellt werden Bereits zuvor hatte ZKW Fertigungen in der Slowakei (Krušovce), Tschechien (Vratimov) und – als Joint Venture Neolite ZKW Lightings – in Indien (Neu-Delhi) aufgebaut. Das chinesische Werk soll zum vorerst letzten großen Wachstumssprung in diesem Jahr einen erklecklichen Beitrag leisten. Zudem, so der ZKW-Chef „gibt es Überlegungen, den ,global Footprint‘ weiter auszubauen“. Ende 2011 waren 2000 der annähernd 3400 Mitarbeiter in Wieselburg tätig. Den jüngsten Standort baut ZKW in Österreich auf: Im Wirtschaftspark Wiener Neustadt einsteht ein Werk für Elektronikplatinen und Module für LED-Scheinwerfer. Entwicklung und Produktion sollen dort Anfang 2013 beginnen.LED-Scheinwerfer als Treiber stetigen Wachstums
Der österreichische Zulieferer Zizala Lichtsysteme wächst seit der Krise mit jährlichen Raten von 30 Prozent und mehr. In diesem Jahr soll der Umsatz der ZKW-Tochter gut eine halbe Milliarde Euro erreichen. Vom Hauptprodukt, den Frontscheinwerfern, dürften 2,5 Millionen Einheiten ausgeliefert werden.