Bietigheim-Bissingen. Gegenüber den Radarsensoren nennt Valeo als Vorteil die bessere „Sicht“ zur Seite. Mit 145 Grad beobachtet der Laserscanner einen deutlich größeren Winkel als Radarsensoren. Anders als Kameras benötigt das Gerät kein Licht. Mit seinen Infrarot-Lichtimpulsen kann das System Pkw bis zu 150 Meter Entfernung, Personen auf bis zu 70 Meter und Pylone wie an Baustellen noch in etwa 50 Meter Distanz erkennen. Die Messung erfolge mit einer Genauigkeit von vier Zentimetern, sodass man ein Fahrzeug auch durch Engpässe wie Baustellen leiten könne. Aktuell befindet sich das etwa sechs mal zehn Zentimeter große Gerät an der Schwelle zur Serienentwicklung. Der Serieneinsatz ist ab 2016 denkbar. Allerdings wird nicht erwartet, dass ein Autohersteller ausschließlich auf einen Laserscanner setzt. Denn wegen der hohen Anforderungen bei sicherheitsrelevanten Systemen geht der Trend dahin, zwei verschiedene Sensorsysteme zu verwenden und deren Daten abzugleichen, bevor etwa eine Notbremsung erfolgt. Erst kürzlich hat Valeo in Bietigheim eine 10.000 Quadratmeter große Teststrecke in Betrieb genommen, die direkt neben dem Forschungs- und Entwicklungszentrum liegt. Wegen der wachsenden Mitarbeiterzahl im Zentrum – 2013 soll sie um 150 auf rund 700 steigen – hat der Zulieferer zudem mit einem Erweiterungsbau begonnen, der voraussichtlich Mitte 2014 bezogen werden wird.
Laserscanner kontra Radar und Kamera
Verbesserungen für viele Fahrerassistenzsysteme verspricht sich der französische Zulieferer Valeo von einem neuen Laserscanner. Bei der Erkennung von Hindernissen könnte das System, an dem Entwickler im Valeo-Forschungs- und Entwicklungszentrum Bietigheim arbeiten, Radar- und Kamerasysteme ersetzen oder ergänzen.