Las Vegas. Die Zeiten, in denen das Garagentor die einzige Schnittstelle zwischen Automobil und Immobilie waren, sind vorbei. Denn die Kfz-Industrie definiert Connectivity nicht mehr allein über die Vernetzung mit Mobiltelefonen, anderen Fahrzeugen oder Onlineservices, sondern schließt das "Smart Home" zunehmend ein. Zulieferer wie Bosch knüpfen daran große Ziele: "Wir wollen sicherere, komfortablere und effizientere Lösungen für das intelligente Haus, Energie, Mobilität und Industrie. Wir wollen die Lebensqualität der Menschen verbessern und ihren Alltag vereinfachen", sagte Firmenchef Volkmar Denner jüngst auf der CES.
Wo das hinführen kann, zeigt der VW Budd-e. Die Studie nutzt die Technologie des Berliner Unternehmens DoorBird und vernetzt sich mit der Video-Schließanlage der Wohnung. Wenn dort vorzeitig Freunde für den Fußballabend klingeln, lässt sich damit bereits von unterwegs die Tür öffnen, skizziert VW-Markenchef Herbert Diess das Szenario. Und damit die Gäste nicht auf dem Trockenen sitzen, kann der Budd-e-Fahrer sogar den Biervorrat im Kühlschrank kontrollieren. Bosch-Chef Denner will dem vernetzten Auto gleich ganz die Hoheit in der Küche übertragen: "Es kann über das Navigationssystem mit dem Haus kommunizieren und so etwa schon vor der Ankunft den Backofen für die Pizza vorwärmen."
Ob Autofahrer wirklich vom Lenkrad aus die Haustür öffnen wollen und ob der Bordcomputer beim Backen helfen soll, wird sich zwar erst noch zeigen. Doch für Diess geht es dabei um die Positionierung von Volkswagen: Während alle Welt noch über das "Internet der Dinge" philosophiert, will er das intelligente Auto auch über die Vernetzung mit dem Smart Home zum zentralen Knotenpunkt im Internet der Dinge machen.