Maintal. Im Gebrauchtwagengeschäft hinterlässt die Krise gleich doppelt ihre Spuren: Die schon seit Anfang 2008 sinkenden Restwerte bleiben im Abwärtstrend. Gleichzeitig stehen die Gebrauchten immer länger auf dem Händlerhof. So stieg die durchschnittliche Standzeit in den ersten vier Monaten 2009 gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 114 auf 124 Tage, hat der Marktbeobachter EurotaxSchwacke ermittelt. Da Standzeiten Kapital binden, den Marktwert weiter reduzieren und Kosten für die Pflege des stehenden Fahrzeugs verursachen, erhöht jeder zusätzliche Standtag die finanzielle Belastung für den Handel.
Im Schnitt verursacht ein Gebrauchtwagen nach Angaben von EurotaxSchwacke 22 Euro Standkosten am Tag. Demnach mussten die deutschen Autohändler in den ersten vier Monaten des Jahres mehr als zwei Milliarden Euro aufbringen, um die Standzeiten ihres Secondhand-Bestands zu finanzieren. Dabei drehten sich Fahrzeuge mit Ottomotor noch deutlich schneller als gebrauchte Diesel. Während benzingetriebene Autos im Schnitt 112 Tage auf einen Käufer warten mussten, standen die Selbstzünder 140 Tage auf dem Händlerhof. Am schnellsten wurden Jahreswagen umgeschlagen: Sie fanden nach durchschnittlich 98 Tagen einen neuen Besitzer – ein Effekt, der vor allem der Abwrackprämie zu verdanken ist. Dagegen stehen Zwei-Jahres-Wagen derzeit länger als sechs Monate unverkauft beim Handel.