München. Die Zeit der großen Fusionen schien in der Automobilindustrie längst vorbei zu sein, da rollt eine neue Konsolidierungswelle durch die Branche. Nicht nur Porsche und Volkswagen, VW und Scania, Continental und Siemens VDO formieren sich zu neuen Big Playern im globalen Wettbewerb. Auch im Autohandel setzt sich der Konzentrationsprozess fort, wachsen europaweit agierende Gruppen zu neuen Machtzentren der Branche. Gleichzeitig suchen Autohersteller, Zulieferer und Händler nach neuen Formen der Zusammenarbeit. "Kooperation und Konzentration auf die eigenen Stärken" ist deshalb der Titel des zweiten Automobilwoche Kongress in Berlin. Das Gesicht der Branche wandelt sich in nie gekanntem Tempo: Die Trennung von Daimler und Chrysler hat in der Industrie ein Erdbeben ausgelöst, das noch immer nachwirkt. Daimler-Chef Dieter Zetsche lotet seither neue Kooperationen aus - unter anderem mit BMW. Denn nach dem Verkauf von Rover sind auch die Bayern offen für die Zusammenarbeit mit Wettbewerbern. Während Toyota seinen Weg an die Spitze der automobilen Welt noch größtenteils allein geht, schmiedet die indische Tata Group mit Jaguar/Land Rover einen neuen, globalen Automobilkonzern. Gleichzeitig verschärft die Absatzkrise auf dem deutschen Markt den Wettbewerb im Autohandel, was den Konsolidierungsprozess noch beschleunigt. Top-Entscheider der Branche erklären am 4. und 5. November in Berlin, wie sinnvoll Kooperationen sind, welche Übernahmen die Zukunft bringen könnte - und wann man sich besser auf die eigenen Stärken konzentriert.