Frankfurt/Main. "Faszination Hybrid" statt "Faszination Auto" -- angesichts einer Flut von Hybrid-Studien hätte man dieses IAA-Motto ebenfalls wählen können. "Wettbewerb ist gut", sagt Lexus-Marketingdirektor Stuart McCullough. Bestätige er doch die Berechtigung einer Technologie, von der man zutiefst überzeugt sei.
Die Toyota-Tochter hat verkündet, bis 2009 alle Baureihen mit Hybridantrieb anbieten zu wollen. Mit über zehn Jahren Erfahrung haben die Japaner hier einen deutlichen Vorsprung -- im nächsten Jahr will der Toyota-Konzern weltweit in vier Modellreihen 270.000 Hybrid-Fahrzeuge verkaufen. Entsprechend gelassen sieht McCullough auf die Konkurrenz, denn wer heute einen Hybrid fahren will, kommt an den Japanern nicht vorbei. Deutschland sei sehr euphorisch, schwärmt er, weshalb man hier die Werbung reduzieren werde: "Es macht keinen Sinn, einen Bedarf zu schaffen, den man nicht bedienen kann."
Honda, seit 1999 mit Hybrid-Modellen am Markt, bei denen der Elektromotor unterstützend eingreift, zollt der heimischen Konkurrenz Respekt: "Von Toyotas PR-Strategie können wir lernen", gibt Honda-Präsident Takeo Fukui zu. Den Hybrid-Absatz schätzt er jedoch nüchterner ein: Bis 2010 will man das heutige Volumen auf 100.000 Fahrzeuge verdreifachen.
US-Markt und Kosten sind für Honda sehr wichtig. Gemessen am Toyota-System, das auch im reinen Strombetrieb fahren kann, ist der Honda-Antrieb kompakter und günstiger. Diesen Vorteil hat auch Toyota erkannt: "Es wäre dumm, keinen Mild-Hybrid anzubieten, wenn es Sinn macht", sagt McCullough. Honda konzentriert sich dagegen auf kleinere Benziner und Diesel. Letztere seien künftig auch in den USA ein Thema, glaubt Fukui. Die Zukunft gehöre ohnehin der Brennstoffzelle: Nach dem Kleinserien-Auto FCX will Honda ab 2009 auch Wasserstoff-Motorräder verleasen.