München. Mitsubishi will seinen „grünen“ Kurs konsequent fortsetzen. Aus der Konzernzentrale in Japan ist zu hören, man wolle in den nächsten fünf Jahren 20 bis 25 Prozent der Neuwagen mit Plug-in-Hybrid- oder reinem Elektroantrieb ausrüsten. Bezogen auf das jährliche Produktionsvolumen – 1,5 Millionen Einheiten sind prognostiziert – wären dies zwischen ¬300.000 und 375.000 Autos, die einen alternativen Antrieb unter der Haube haben. Dass einige davon durchaus extravagant gestylt sein werden, zeigte jüngst die Studie „Concept XR-PHEV II“ auf dem Genfer Auto-Salon. Das Kompakt-SUV gilt als Nachfolger des ASX, nach dem kleinen Space Star das Mitsubishi- Modell mit den höchsten Verkaufszahlen in Deutschland. Der neue, rund 4,4 Meter lange ASX rollt 2016 zu den Händlern und soll auch als Plug-in- Hybrid angeboten werden. Versprochen wird ein CO2- Ausstoß von weniger als 40 Gramm pro Kilometer. Gebaut wird der ASX weiterhin in Japan. Die Kooperation mit Citroën und Peugeot, die den ASX in leicht abgewandelter Form als C-Aircross und 4008 verkaufen, läuft aus. Nicht vor 2017 erneuert Mitsubishi seine Geländewagen-Legende Pajero, dessen Rallye-Version zwölf Mal die Dakar gewonnen hat. Auf ein weichgespültes Boulevard- SUV sollten Kunden allerdings nicht hoffen. Der Pajero wird zwar wesentlich komfortabler sein, bleibt aber ein allradgetriebenes Arbeitstier. Auch an der Zuglast von 3,5 Tonnen will man festhalten, weil Pajero-Besitzer gern große Hänger ziehen. Neben einem kräftigen Dieselmotor soll auch jener Plug-in-Antrieb zum Einsatz kommen, der bereits im Outlander arbeitet. Allerdings erhält er vorher eine tief greifende Überarbeitung. Mitsubishi spricht gar von einer neuen Generation. Fahrwerk und Antriebsstrang wurden verbessert, der Verbrauch gesenkt. Der Outlander – Marktstart 2015 – ist der erste Mitsubishi mit der neuen Designsprache der Marke. Optisch deutlicher von der konventionellen Version unterscheiden wird sich künftig das Plug-in- Modell. Ebenfalls noch 2015, im September, rollt der aus Thailand stammende Pick-up L200 im neuen Outfit an den Start. Die Einzelkabine nimmt Mitsubishi aus dem Programm, fortgeführt werden Doppel- und Sportkabine. Im Portfolio lässt Mitsubishi auch das Modell Lancer (Stufen- und Schrägheck), obwohl die Verkaufszahlen in Europa homöopathisch sind. Frühestens 2018/2019 ist mit der Nachfolgegeneration zu rechnen. Besiegelt ist hingegen das Schicksal des potenten Allradsportlers Lancer Evo. Er wird nicht mehr angeboten. Seit der Übernahme des Deutschland-Geschäfts durch die Emil-Frey-Gruppe vor einem Jahr sowie der damit verbunden Umstrukturierung zur MMD Automobile GmbH verzeichnet Mitsubishi hierzulande wieder einen steigenden Absatz – im vergangenen Jahr 14 Prozent gegenüber 2013¬. Auch das erste Quartal 2015 lief gut. Knapp 7500 Neuzulassungen bedeuten ein Plus von 57 Prozent. Mitsubishi hatte in Deutschland im vergangenen Jahr einen Marktanteil von 0,8 Prozent. Das Ziel für dieses Jahr lautet 1,0 Prozent.
Mitsubishi
Konsequent auf grünem Kurs
Wer hätte das gedacht! Europas meistverkaufter Plug-in-Hybrid kommt nicht etwa von Toyota, Mercedes oder aus dem VV-Konzern. Der Mitsubishi Outlander führt die Hitliste der alternativen Antriebe an. Das SUV fand allein in den ersten beiden Monaten dieses Jahres über ¬3000 Käufer. Am besten verkaufen sich Plug-ins in Großbritannien und den Niederlanden. Mehr als 10.000 Outlander orderten die Briten in den zehn Monaten nach dessen Markteinführung im Juni 2014, allerdings mit kräftiger staatlicher Finanzspritze. Der Outlander überholte damit sogar reine Batterie-Autos.