München. Aus der Krise von General Motors, Ford und Chrysler in den USA kann man vieles lernen. Die wichtigste Lektion aber ist diese: Unternehmen, die keine nachhaltige Strategie verfolgen, geraten früher oder später in existenzielle Bedrängnis.
In der US-Autoindustrie wurden Tarifverträge abgeschlossen, die die Unternehmen Jahre später mit horrenden Pensions- und Gesundheitskosten belasteten. Und das nur, um in Zeiten voller Auftragsbücher einen Streik zu vermeiden. Da wurde kaum in neue Produkte investiert, um den Gewinn aufzublähen und das Unternehmen für Investoren und Aktionäre attraktiv erscheinen zu lassen. Eine Falle, in die Jürgen Schrempp getappt ist, als er Chrysler übernahm.
Da konzentrierten sich die Entwicklungsabteilungen nur auf die profitablen Light Trucks und überließen der Konkurrenz aus Übersee das scheinbar wenig attraktive Pkw-Segment. Eine Fehlkalkulation, wie sich jetzt zeigt. Und warum das alles? Um ein paar Quartale lang einen exorbitant hohen Gewinn auszuweisen. Motto: Nach uns die Sintflut.