Genf. Der Genfer Automobilsalon bot in diesem Jahr viele interessante Perspektiven und Impressionen. Wenn es daraus ein Resümee zu ziehen gibt, dann dieses: Die europäische Autoindustrie besinnt sich darauf, was die Kunden wünschen. Die unrealistischen Forderungen hysterischer Öko-Aktivisten treten endlich hinter den Interessen jener zurück, ohne die es weder Öko-Autos noch Supersportwagen geben würde: die Käufer.
So zeigte Peugeot/Citroën zwar erneut Hybrid-Konzepte, doch Konzernchef Christian Streiff machte klar, dass er vor allem bezahlbare Micro-Hybrids bauen wird. Denn alles andere kann sich weder der Kunde noch der unter Margen-Schwäche leidende PSA-Konzern leisten. Bei Volkswagen stand mit dem Scirocco ein sportliches Auto im Mittelpunkt, das jedoch –wie schon der Tiguan – zu einem überraschend niedrigen Preis angeboten werden soll. Und Mercedes zeigte mit dem neuen CLC ein bezahlbares Coupé mit Stern. Auch Ford bewegt sich mit den aufregend gestylten Modellen Fiesta und Kuga im eher preissensiblen Bereich. Der Audi A4 Avant, der in Genf Premiere feierte, zog nicht nur Blicke auf sich. Händler berichten, es gebe „Blindbestellungen, ohne dass ein Käufer das Auto je gesehen oder gefahren hat“. Das habe es nicht einmal beim R8 gegeben.