Die zufriedensten Autohändler in Deutschland verkaufen Fahrzeuge des Stuttgarter Herstellers Porsche, die unzufriedensten Vertragspartner findet man in Autohäusern der Marke Nissan: Dies hat das Geislinger Institut für Automobilwirtschaft (IFA) im Auftrag von EurotaxSchwacke beim diesjährigen MarkenMonitor ermittelt.
Die hohe Zufriedenheit der deutschen Porsche-Partner, die im Vorjahr noch den dritten Platz belegten, zeigt sich in der Gesamtwertung 2,27 (auf einer Schulnotenskala). Die Nissan-Händler verbesserten ihre Bewertung zwar von 3,82 auf 3,59, bilden aber dennoch wieder das Schlusslicht des Gesamtrankings. Über alle Marken bleibt die Zufriedenheit im Handel mit der Note 2,90 (2007: 2,91) auf niedrigem Niveau.
In mehr als 1000 Interviews wurde die Zufriedenheit bei Händlern von 31 verschiedenen Marken erhoben. Die Größe der Stichprobe variierte zwischen 25 und 40 interviewten Händlern - je nach Marktanteil des Fabrikats. Die Strukturdaten der befragten Händler zeigen den fortschreitenden Konsolidierungsprozess. So ist in den befragten Betrieben die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter seit 2001 von 32 auf 44 gestiegen, die Zahl der jährlich verkauften Neuwagen von 240 auf fast 400. Die Hälfte der für den MarkenMonitor befragten Händler vertreibt mittlerweile mehr als eine Marke. Mehrheitlich haben diese Händler zwei Fabrikate im Angebot, aber der Anteil der Autohäuser mit drei und vier Marken wächst.
Durch die Bank unzufrieden sind die Händler mit der Gesamtumsatzrendite, deren Bewertung markenübergreifend von 3,21, der bisherigen Bestnote, auf 3,82, den schlechtesten Wert seit 2001, gefallen ist. Im Detail zeigt sich, dass nur 13 (Vorjahr: 16) Prozent der befragten Händler eine Rendite von mehr als zwei Prozent erzielen, neun (Vorjahr: drei) Prozent schreiben dagegen rote Zahlen. 38 (Vorjahr: 33) Prozent der Händler bewegen sich zwischen null und einem Prozent, 17 (Vorjahr: 26) Prozent erzielen eine Umsatzrendite zwischen einem und zwei Prozent. Laut Studienleiter und IFA-Direktor Willi Diez fällt auf, dass mittlerweile auch die traditionell eher renditestarken Marken der Nischenspezialisten und kleinen Importeure von dem Negativtrend bei der Renditeentwicklung erfasst werden.
Unter den Händlern von Volumenmarken sind die Partner von Volkswagen derzeit besonders zufrieden mit der Modellpalette und dem Kontakt zum Hersteller - in der Summe vergaben sie die Note 2,74. Sie verbesserten ihre Bewertung damit deutlich gegenüber 2007 (3,04) und rückten an die Spitze in der Gruppe der drei untersuchten Volumenhersteller. Vorjahressieger Opel hingegen rutschte aufgrund einer deutlich gesunkenen Zufriedenheit der Händler mit dem Markenimage und der Modellpalette auf den zweiten Gruppenplatz. Bei Schlusslicht Ford klagen die Händler unter anderem über mangelnde Unterstützung im Gebrauchtwagengeschäft.
Das Ranking der Premiummarken führt unverändert BMW vor Audi und Mercedes-Benz an. Die BMW-Partner sind zwar etwas weniger zufrieden mit dem Modellprogramm und dem Image, gleichen dies aber durch bessere Noten für die Themen Aftersales und allgemeine Betreuung wieder aus. Den größten Zuwachs in der Wertschätzung der Händler verzeichnet Audi - dank Spitzenwerten für Qualität, Image und Modellprogramm. Weniger zufrieden sind die Audi-Partner dagegen mit dem Margensystem. Bei der Bewertung der Profitabilität stürzte die Note von 2,90 auf 4,02 sogar regelrecht ab.
Unter den elf großen Importeuren setzte sich erneut Toyota an die Spitze, allerdings sehen die Händler Qualität und Modellpolitik ihres Herstellers kritischer als im Vorjahr. Auch die Benotung der Profitabilität bewegt sich nur im Mittelfeld. Innerhalb der Gruppe sind hier die Skoda-Partner am zufriedensten.
Zum wiederholten Mal führt Subaru die Gruppe der kleinen Importeure an, die 2008 erstmals auch Daihatsu listet. Gruppenübergreifend landeten die Allrad-Experten auf Platz zwei zwischen Porsche und BMW.
Gesamtsieger Porsche belegt in der Gruppe der Nischenspezialisten erneut Platz eins, gefolgt von Neueinsteiger Mini. Der Gesamtgewinner von 2007, Jaguar, blieb 2008 zumindest beim Thema Profitabilität Spitzenreiter.