München. Mehr als die Hälfte aller Neuwagen in Deutschland wird ohne Navigationsgerät verkauft. Im gesamten Autobestand ist sogar nur jedes fünfte Fahrzeug mit einem Navi ausgestattet. Doch was nach einem lukrativen Geschäft für die Nachrüstung klingt, läuft an den Autohäusern eher vorbei. Und das nicht nur wegen der Konkurrenz durch Elektronikmärkte, Discounter-Angebote und Smartphones mit Navifunktion. Der Autohandel ist gegenüber dem Fachhandel im Nachteil: „Der Elektronikhandel hat 25 Geräte im Angebot, der Autohändler vielleicht zwei oder drei“, sagt der Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft, Willi Diez. Zudem brauche man auch qualifiziertes Personal zum Verkauf der komplizierten Navis. Der BMW-Handel hat im vergangenen Jahr 21.000 nachrüstbare Navigationssysteme verkauft. In den allermeisten Fällen handelt es sich dabei um ein Gerät für einige Hundert Euro, das auf die Mittelkonsole aufgesetzt wird.
Die über 1000 Euro teure Nachrüstung eines integrierten Navis, die technisch auch möglich ist, spielt nach Angaben von BMW praktisch keine Rolle. 40 Prozent der Nachrüst-Navis verkauft BMW in Deutschland. Angesichts der Preise bringt das dem BMW-Handel hierzulande nur ein paar Millionen Euro Umsatz. Dabei hat die Premiummarke Kunden, die eher bereit sind, für ein passendes Navi mehr zu bezahlen als für ein Gerät von Media Markt oder Saturn. Diez sieht dennoch keine große Zukunft für nachrüstbare Navis. Sie würden langfristig wohl aussterben, sagt er. Dann werde es in diesem Bereich nur noch fest eingebaute Geräte oder die GPS-Navigation mittels Smartphone geben. Doch während der Einbau eines Nachrüst-Navis des eigenen Herstellers unproblematisch ist, kann die Integration eines Handys weit mehr Schwierigkeiten machen. Wie gut sich die Autohäuser dabei schlagen, hänge vor allem von den privaten Erfahrungen der Mitarbeiter ab, sagt Diez. Sein Kollege Stefan Bratzel, der das Center of Automotive leitet, glaubt, dass viele Autohäuser große Probleme haben dürften, eine Auswahl an Smartphones abzudecken, die über wenige Standardmodelle hinausgehe. Das Angebot sei breit und ändere sich schnell.Kein Markt für Nachrüst-Navis
Mehr als die Hälfte aller Neuwagen in Deutschland wird ohne Navigationsgerät verkauft. Im gesamten Autobestand ist sogar nur jedes fünfte Fahrzeug mit einem Navi ausgestattet. Doch was nach einem lukrativen Geschäft für die Nachrüstung klingt, läuft an den Autohäusern eher vorbei. Und das nicht nur wegen der Konkurrenz durch Elektronikmärkte, Discounter-Angebote und Smartphones mit Navifunktion.
Handel ist gefordert
Auf Schulungen der Hersteller dazu, wie man Smartphone und Auto zusammenbringt, kann der Handel allerdings kaum hoffen, wie Diez sagt. Schließlich würden sich die Marken damit möglicherweise ihr eigenes Geschäft mit fest installierten Navis und Telematik beschädigen: „Da ist eher der Handel gefordert – aber der sagt auch: ‚Was habe ich denn davon?‘“ Der Handel müsse entscheiden, ob er das im Sinne des Kundenservice anbiete.