München. „Grundsätzlich erhöhen Sonderausstattungen nicht den relativen Restwert. Dies gilt auch für Fahrerassistenzsysteme“, erläutert Siegfried Trede, Leiter der Produktlinie Fahrzeugbewertung bei der DAT. Zwar ergeben sich bei Gebrauchten oft höhere absolute Verkaufspreise, wenn sie Assistenzsysteme als Zusatzausstattung an Bord haben. Demgegenüber steht aber natürlich der höhere Preis beim Erstkauf. Allerdings kann sich manchmal ein verkaufsfördernder Effekt ergeben. Die DAT beobachtete, dass Fahrzeuge mit bestimmten sicherheitsrelevanten Systemen durchaus eher verkauft wurden als Fahrzeuge ohne diese Ausstattung. Der relative Restwert blieb aber unverändert. Generell ist nach Erkenntnissen der DAT auch mit Blick auf die Fahrerassistenzsysteme die Nachfrageverteilung bei den Gebrauchten weitgehend identisch mit den Kundenwünschen bei Neufahrzeugen. „Unsere Erfahrung zeigt: Extras, die in einem Segment weniger häufig gewählt werden, verlieren am schnellsten an Wert, während ein Merkmal, das in einem Segment als wichtig erachtet wird, wie beispielsweise eine Sitzheizung, durchaus relativ wertstabil ist“, berichtet Trede. Diese Regel führe bei privaten Gebrauchtwagenverkäufern immer wieder zu Enttäuschungen, wenn sie feststellen müssen, dass sie für Extras, die nicht zum Massengeschmack passen, keinen entsprechenden Preis erzielen. Daher gestaltet sich der Einfluss der Assistenzsysteme auf den Wiederverkauf bei Premiumund Volumenfahrzeugen und den einzelnen Segmenten durchaus recht unterschiedlich. Wie steht es beispielsweise um den Restwert eines Gebrauchten mit Notbremsassistent, Fahrspurassistent, Tot-Winkel-Warner, Einparkhilfe und Adaptive Cruise Control? Siegfried Trede erläutert, generell besitze ein drei Jahre altes Fahrzeug etwa aus der Kompaktklasse mit diesen Ausstattungsmerkmalen einen gleich hohen oder sogar geringeren relativen Restwert als ein vergleichbares Fahrzeug in einer Basisausstattung – die Nachfrage im Markt entscheide. In der Oberklasse dagegen werde bei einem Jahreswagen mit der genannten Ausstattung ein höherer relativer Wiederverkaufspreis zu erzielen sein als bei einem Vergleichsfahrzeug in der Basisversion.
Kaum Einfluss auf Restwerte
Fahrerassistenzsysteme teilen in Bezug auf den Wiederverkaufswert der Fahrzeuge das Schicksal der meisten Zusatzausstattungen: Auf den relativen Restwert – also der prozentuale Wert bezogen auf den Neupreis – haben sie wenig Einfluss.