Wolfsburg. Volkswagen will das Mitte Mai 2008 startende Passat Coupé betont günstig einpreisen. Nach internen Unterlagen, die Automobilwoche vorliegen, soll der Viertürer, nach der Limousine und dem Kombi drittes Derivat der Mittelklasse-Baureihe B6, in der Version mit 160-PS-Motor (1.8 TSI) und Sechsgang-Schaltgetriebe bereits für 30.000 Euro zu haben sein. Für den Zweiliter-Turbodiesel, der auf Common-Rail-Technik umgestellt wird (140 PS), peilt VW 32.500 Euro an. Auch die Topversion des schnittigen Coupés, der 300 PS starke V6-FSI mit Allradantrieb und Doppelkupplungsgetriebe, folgt mit rund 40.000 Euro einer vergleichsweise niedrigen Zielpreisvorgabe.
Hintergrund der Pricing-Strategie ist zum einen der intern deutlich erklärte Wille von VW-Chef Martin Winterkorn, das Passat Coupé nicht zu dicht am A5 der VW-Premiummarke Audi zu positionieren. Das zweitürige Coupé aus Ingolstadt kostet in der Version 3.2 FSI (265 PS) mit Frontantrieb und Multitronic 44.000 Euro.
Zum anderen will Winterkorn mit dem Passat Coupé, das keinen direkten Vorgänger hat, Fahrer von Modellen konzernfremder Wettbewerber und selbst Interessenten für das ebenfalls viertürige Coupé CLS von Mercedes-Benz erobern. Dessen Basis-Benziner, der CLS 350 CGI, kostet mit 60.274 Euro rund die Hälfte mehr als das V6-FSI-Coupé von VW - hat aber etwas weniger Leistung (292 PS) und nur Heckantrieb zu bieten.
Zwar werden die genauen Preise erst kurz vor Markteinführung fixiert. Doch nach dem schleppenden Verkauf der VW-Luxuslimousine Phaeton, die etwa gegenüber der arrivierten S-Klasse von Mercedes als zu teuer gilt, "neigt VW im Nobelsegment", so ein Insider, "nun eher Kampfpreisen zu". Punkten soll das im VW-Werk Emden gefertigte Passat Coupé zudem mit feinen Extras wie "Rear-View-Kamera", Spurhalte- und Parklenkassistent sowie einem großflächigen "Panorama-Glas-Hubdach".