Köln. Im Jahr 2010 ist die Zahl der Straßenverkehrsunfälle mit Sachschaden laut Statistischem Bundesamt hierzulande von gut zwei auf etwas über 2,1 Millionen gestiegen und hat damit den höchsten Wert seit zehn Jahren erreicht. Es gibt also mehr zu tun für die Marktteilnehmer. Allerdings ist das Geschäft mit Unfallschäden auch besonders hart umkämpft – ein Wettbewerb, dem sich auch die Karosserie- und Lackspezialisten stellen, sagte Jochen Kleemann, Geschäftsführer der Spies Hecker GmbH, beim Kölner Aftersales-Forum von BBE Automotive. Geprägt ist der Markt auch durch die steigende Preissensibilität der Verbraucher. Die Kfz-Versicherer setzen daher auf die kostendämpfende Steuerung der Unfallschäden in eigene Werkstattnetze.
Laut Kleemann sind hierzulande knapp die Hälfte (179 von 377) der Kaskotarife am Markt mit Werkstattbindung ausgestattet. Der Zentralverband Karosserie und Fahrzeugtechnik (ZKF) geht davon aus, dass in Zukunft 100 Prozent der Kaskoschäden in angeschlossene Werkstätten gelenkt werden. Aktuell kommt etwa die HUK Coburg mit ihren Partnern Generali, VHV, Gothaer, Concordia und DBK bereits auf 280.000 gesteuerte Schäden pro Jahr – mit einem Volumen von mehr als 350 Millionen Euro. Rund 1200 Betriebe gehören zum HUK-Coburg- Partnernetz, von denen laut Kleemann 40 Prozent markengebunden sind.
Die Innovation Group (früher: Motorcare) hat etwa 40 Versicherungen unter Vertrag und steuert nach eigenen Angaben pro Jahr mehr als 140.000 Schäden mit einem Schadenvolumen von 175 Millionen Euro in ein Werkstattnetz mit über 700 Betrieben. Kleemann rechnet mit weiter steigendem Wettbewerb in der Schadensteuerung – auch angeheizt durch Internet-Vergleichsportale. So haben jüngst HUK Coburg, HDI Direkt und WGV angekündigt, die Mehrheit an dem Vergleichsportal Aspect Online zu übernehmen. „In Zukunft“, so Kleemanns Prognose, „werden die Schadenstückkosten die Stundenverrechnungssätze ablösen.“