Solihull. Land Rover besetzt die nächste Nische: Vier Jahre und 450.000 Autos nachdem die Briten mit dem Evoque den Trend zum kompakten Designer-Geländewagen losgetreten haben, bringen sie nun als erster Hersteller ein SUV-Cabrio auf den Weg. Das offene SUV soll dafür sorgen, das vom erwarteten Marktwachstum der Geländewagen um 20 Prozent in den nächsten fünf Jahren möglichst viel auf das Konto von Land Rover geht.
Basis des Cabrios ist das Evoque Coupé, das sein Blechdach gegen ein elektrisches Stoffverdeck eintauscht. Es faltet sich in rund 20 Sekunden und bis Tempo 50 auch während der Fahrt flach hinter die Rücksitze. Zwar büßt der Evoque dabei einen Sitzplatz ein und der Kofferraum schrumpft auf 251 Liter. Doch sonst macht Projektleiter Michelle O'Conner bei dem Wagen keine Kompromisse: "Auch als Cabrio ist der Evoque ein echter Land Rover", sagt der Ingenieur und verspricht die gewohnten Eigenschaften im Gelände. "Dafür haben wir das neue Auto genauso hart getestet wie all unsere anderen Modelle."
Begonnen haben die Arbeiten am offenen Evoque mit der Genfer Studie aus dem Jahr 2012. Doch im Grunde reicht die Geschichte zurück bis zu den Wurzeln der Marke, erklärt Programm-Direktorin Danella Bagnall: "Schon der erste Land Rover vor 68 Jahren war schließlich ein Cabrio."
Ab Frühjahr ist das Cabrio mit einem 180-PS-Diesel und einem 240-PS-Benziner im Handel und soll vor allem in den USA, in England und Deutschland Kunden finden. Land Rover rechnet mit vielen Eroberungen und hat die Produktion um rund zehn Prozent aufgestockt. Etwa 12.500 Autos im Jahr stehen zum Verkauf bereit.
Der Preis sollte dafür keine hohe Hürde sein: Mit 51.200 Euro bleibt das Cabrio noch deutlich unter jenen 55.000 Euro, die Land Rover in Deutschland als durchschnittlichen Transaktionspreis für den Evoque nennt.