Ranshofen. Angetrieben durch die CO2-Diskussion suchen Autobauer und Zulieferer intensiver denn je nach weiteren Einsparpotenzialen beim Gewicht. Diät ist dabei auch für die Elektronik angesagt. Nach einer Studie der Managementberatung Oliver Wyman wird sich der Elektronikanteil in Automobilen in den nächsten 15 Jahren verdoppeln. Bei der Verwendung von derzeit üblichen Bauteilen würde dies eine spürbare Erhöhung des Fahrzeuggewichts nach sich ziehen.
Vor allem Assistenz-, Sicherheits- und Infotainment-Systeme sind meist schwer und beanspruchen zudem viel Platz. „Durch den Einsatz innovativer Technologien lässt sich das Gewicht auch in diesem Bereich reduzieren“, ist aber Thomas Stottan, Geschäftsführer von Audio Mobil im österreichischen Ranshofen, überzeugt. Die Hi-Fi-Anlage des Systemlieferanten gehört zu den Leichtgewichten der Branche. Das „Power-System“ wiegt nur 2,3 Kilogramm. Eine effiziente Elektronik, die weniger Kühlung benötigt, macht dies möglich. Zum Vergleich: Eine konventionelle Soundanlage bringt rund das Fünffache auf die Waage. Der Elektronikspezialist aus Österreich ist sicher, dass in einem Standardauto durch den verstärkten Einsatz von BUS-Systemen und durch den Einbau von Supraleitern bis zu 40 Kilogramm Gewicht eingespart werden können.
Fest steht: Um eine weitere Miniaturisierung in der Elektronikarchitektur kommen die Entwickler allein aufgrund des knapper werdenden Bauraums nicht herum. Detaillösungen sind gefragt. Delphi beispielsweise optimierte die Elektrik-Elektronik-Architektur im neuen Ford Mondeo. Eine neue Generation von Steckern, Kabeln und Sensoren, die vor allem kleiner und leichter sind, kommt dabei zum Einsatz. Diese Variante ist rund 20 Prozent leichter als eine herkömmliche Lösung.