München. Hinter dem schlichten Kürzel GTC verbirgt sich die destruktive Ader von Mercedes-Benz: Im Gebrauchtteile-Center in Neuhausen auf den Fildern bei Stuttgart werden die Fahrzeuge des schwäbischen Autobauers zerlegt. Was nicht verwertet werden kann, wird verschrottet. Doch im Gegensatz zu anderen deutschen Fahrzeugherstellern beint Mercedes im GTC nicht ausschliesslich handgefertigte Versuchsträger und teure Prototypen aus.
Von den jährlich rund 1.500 zerlegten Mercedes werden 600 Fahrzeuge aus älteren Baujahren zum Ausschlachten zugekauft. Die umweltgerechte Entsorgung steht hierbei nicht im Vordergrund. Denn die EU-Richtlinie, die die Hersteller zur kostenlosen Fahrzeug-Rücknahme aller Fabrikate verpflichtet, tritt erst am 1.1.2007 in Kraft.
Angesichts der hohen Preise für Neuteile "quietschen Besitzer älterer Mercedes-Modelle", sagt Thomas Lechler, Geschäftsführer des GTC. "Für diese Kunden hat eine zeitwertgerechte Reparatur Priorität." Daher werden alle Teile eines Altfahrzeugs auf Wiederverwendbarkeit geprüft, aufbereitet, im Internet angeboten und für gut die Hälfte des Neupreises, aber mit zwölfmonatiger Garantie, an Endkunden abgegeben. Zusätzlich werden auch Zweite-Wahl-Komponenten aus den Werken zum Verkauf angeboten -- wie Stossfänger oder Radzierblenden mit leichten Kratzern. Ausgenommen sind sicherheitsrelevante Teile wie Airbags und Bremsen, aber auch Türschlösser.