Schwalbach. Die britische Ford-Tochter Jaguar befindet sich weiter auf Talfahrt. "Wir werden in diesem Jahr rund 4.000 Fahrzeuge verkaufen", sagt Jeffrey L. Scott, Geschäftsführer von Jaguar Deutschland. Das entspräche einem Rückgang um 14,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Beim Einstiegsmodell X-Type etwa fiel der kumulierte Absatz bis Dezember um 40,3 Prozent -- trotz Kombi und neuer Diesel-Version.
Für einen Jaguar-Händler aus Bayern ist das Problem klar: "Das Marketing hatte von Beginn an eine falsche Zielgruppe im Visier." Seiner Meinung nach könne man die angepeilte BMW-, Audi- und Mercedes-Klientel kaum zum Umsteigen bewegen, da sie bereits ein Premium-Produkt besitze. Vielmehr hätten VW Passat- oder Ford Mondeo-Fahrer angesprochen werden müssen, so der Händler weiter.
Die Pläne des Importeurs gehen jedoch in eine andere Richtung: "Ich möchte aus der Audi-BMW-Mercedes-Kiste raus", sagt Scott. Als künftige Jaguar-Konkurrenten sieht Scott Bentley oder Maserati. Grund: Für die im Herbst wieder eingeführte Jaguar-Edelmarke Daimler haben sich im internationalen Vergleich in Deutschland die meisten Kunden entschieden (100 verkaufte Autos). Der XJ, auf dem der 112.500 Euro teure Daimler Super Eight basiert, kommt dagegen nicht in Schwung (minus 26,4 Prozent). Als einziges Modell kann derzeit der S-Type Zuwächse verbuchen (plus 7,9 Prozent).
Vor diesem Hintergrund ist Scott wenig optimistisch und hat für 2006 "keine grossen Wachstumspläne". Im ersten Halbjahr will er sich auf die Einführung des neuen XK und auf die neuen Dieselmodelle konzentrieren.
Zudem wird am 1. Januar ein neues Margensystem eingeführt, das jedoch nicht alle Händler akzeptiert haben. Entgegen der bisherigen Ankündigung wird der Importeur "zweigleisig fahren" und auch das alte System beibehalten. Das neue System soll den Verwaltungsaufwand reduzieren und vereinfachte Standards bieten.