Leipzig. Jaguar hat derzeit in Deutschland die zufriedensten Autohändler, im Nissan-Netz dagegen herrscht wie im Vorjahr Frust. Dies hat das Institut für Automobilwirtschaft (IFA) beim aktuellen Schwacke MarkenMonitor ermittelt, den IFA-Leiter Professor Willi Diez zum Auftakt der Automobil International in Leipzig vorstellte. Demnach ist die Gesamtzufriedenheit der Händler über alle 29 untersuchten Fabrikate - unterteilt in fünf Gruppen (siehe Tabelle) - gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken: Markenübergreifend liegt die Zufriedenheit der Händler auf einer Schulnotenskala bei 2,91 (Vorjahr: 2,87).
Verantwortlich für den leichten Rückgang sind gesunkene Zufriedenheitswerte in den Bereichen Neuwagen und Aftersales. So beurteilen die Händler unter anderem die Modellpalette und Liefertreue ihres Herstellers schlechter als im Vorjahr. Aber auch manche Großabnehmerregelung, Verkaufsförderungsaktion für Gebrauchtwagen und Garantieabwicklung wurden negativ bewertet.
Nur sechs Marken - Jaguar, Newcomer Lexus, Subaru, BMW, Porsche und Suzuki - erhielten die Note 2,5 oder besser und landeten damit in der "Zone der Zufriedenheit". Zwölf Hersteller platzierten sich im Mittelfeld (2,5 bis 2,99), der "Zone der Indifferenz". Der "Zone der Unzufriedenheit" (ab 3,0) entging Peugeot (2,99) nur knapp. Elf Fabrikate landeten hier, darunter Volkswagen (3,04), Fiat (3,14), Saab (3,24) Kia (3,33) und Schlusslicht Nissan (3,82).
Nur acht Marken konnten ihren Vorjahreswert verbessern, den größten Zufriedenheitßuwachs schaffte Jaguar (von 2,74 auf 2,24). Auf Anhieb die zweitbeste Note (2,27) vergaben die Lexus-Händler, 2007 erstmals im MarkenMonitor dabei. Eine schlechtere Bewertung als im Vorjahr kassierten 19 Fabrikate, darunter Opel, BMW und alle kleinen Importeure mit Ausnahme von Honda. Größter Verlierer ist Hyundai (von 2,63 auf 2,95).
Die höchste Zufriedenheit seit 2001 zeigen die Händler bei der Umsatzrendite - obwohl diese laut ZDK 2006 für Neuwagen im Schnitt nur 0,5 Prozent betrug. Die Bestnote 2,23 vergaben hier die Jaguar-Händler, gefolgt von Lexus und Honda. Die BMW-Händler, im Vorjahr Schlusslicht, rückten deutlich vor und räumten den letzten Platz für Peugeot.
Interessanterweise schlägt die gestiegene Renditezufriedenheit der Händler nicht auf den Gesamtwert durch. "Offenbar haben die emotionalen Probleme zugenommen", vermutet Studienleiter Diez. "Denn die Händlerzufriedenheit steigt nur, wenn auch die weichen Faktoren stimmen."