Lissabon. Leichter, flexibler und elektronisch gesteuert: Toyota setzt beim Allradantrieb des neuen RAV4 auf eine elektrisch via Magnetschalter betätigte Reiblamellenkupplung, die dem Hinterachsdifferenzial vorgeschaltet ist. Damit entfällt das bisherige, über eine Visco-Kupplung gesteuerte Mitteldifferenzial. Statt permanentem Allradantrieb verfügt das kleinste SUV von Toyota jetzt über einen aktiven Allradantrieb.
Innovatives Allradsystem von Toyota
Geliefert wird die Kraftübertragung von JTEKT, einem im Januar durch den Zusammenschluss von Koyo Seiko und Toyoda Machine Works entstandenen Zulieferer für Lenk- und Antriebssysteme. Beide Unternehmen gehören zu Toyotas Netzwerk von Zulieferer-Kooperationen -- den Keiretsus. Das neue Unternehmen erwartet einen Jahresumsatz von rund 7,5 Milliarden Euro. Neben der Muttergesellschaft gehören Mazda und Ford zu den Abnehmern der Lamellenkupplung, dem Vernehmen nach kommen künftig Hyundai und GM (Opel Antara, Chevrolet Captiva) hinzu.
Das Herzstück des aktiven Allradantriebs, bei Toyota ATC genannt, bildet eine leistungsfähige elektronische Steuereinheit, die neben dem Radschlupf den fahrdynamischen Gesamtzustand des Fahrzeugs permanent überwacht. Dazu verarbeitet das Antriebsmanagement zahlreiche Sensor-Informationen -- Gaspedalstellung, Motordrehzahl, Gangstufe, Fahrgeschwindigkeit, Gierrate und Lenkwinkel --, um die jeweils optimale Verteilung der Antriebskräfte auf Vorder- und Hinterachse zu berechnen. Im Ergebnis ermöglicht ATC variable Kraftverteilungsverhältnisse zwischen 100:0 (nur Frontantrieb) und 55:45. Dank der Datenübertragung via CAN-Bus erfolgt der Regeleingriff in Echtzeit. Auf der Strasse zeichnet sich das Antriebskonzept durch eine besonders hohe Traktion beim Anfahren und Beschleunigen aus.