Hamburg. Nach enttäuschenden Fünfmonatszahlen im deutschen Handels- und Servicegeschäft stellt sich der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) auch für die zweite Jahreshälfte auf eine "holprige Wegstrecke" ein. Dies erklärte Robert Rademacher, Präsident der Branchenvereinigung, am Rande der ZDK-Mitgliederversammlung am 5. Juni in Hamburg.
So könne das Kfz-Gewerbe neben dem nach wie vor lahmenden Verkauf von Neufahrzeugen vor allem mit dem Absatz von Gebrauchtwagen von Januar bis Mai "nicht zufrieden" sein. Das Vorjahresniveau von knapp 6,75 Millionen Besitzumschreibungen wird 2007 voraussichtlich nicht erreicht. Ein "gewisser Lichtblick", so Rademacher, sei für den Fachhandel allenfalls die leichte Verringerung der durchschnittlichen Standzeiten gebrauchter Pkw auf derzeit rund drei Monate.
"Auch Serviceleistungen", räumte der ZDK-Chef ein, "sind in den ersten Monaten vergleichsweise schwach in Anspruch genommen worden." Erst seit April zeichne sich im Werkstattgeschäft eine "Erholung" ab. Von kundenorientierten Service- und Mobilitätspaketen, mit denen immer mehr Hersteller im zunehmend härteren Wettbewerb "platte Nachlässe" vermeiden wollen, erhofft sich Rademacher weitere Impulse.
"Gute Tendenzen" erkennt der ZDK inzwischen im Geschäft mit Oldtimern - jedoch "auf niedrigem Niveau". Und dem Tuning-Sektor könnte laut Rademacher vor allem das wachsende Interesse an speziellen Rädern und Reifen neuen Schwung verschaffen.
Anhaltend rege Nachfrage verzeichnet das deutsche Kraftfahrzeuggewerbe bei Nachrüstsätzen für Rußpartikelfilter. Da die bisherigen Lieferschwierigkeiten hier geringer werden, gilt Rademacher für das laufende Jahr eine Gesamtanzahl von 250.000 Nachrüstungen als "realistische Prognose". Dies entspräche einem Umsatz von über 200 Millionen Euro. Mit Umrüsttechnik für Lkw und dem Einbau von Kaltlaufreglern in ältere Benzinmotoren könne die Branche im Service rund 350 Millionen Euro Umsatz erzielen.
Die Diskussion um Strafsteuern für besonders große und durstige Automobile verfolgt der ZDK mit Sorge: "Wir müssen endlich aufhören, den Konsumenten zu verunsichern", fordert der Präsident.
"Eine gewisse Zuversicht für die noch vor uns liegenden sieben Monate aber bleibt im Rahmen enger gestellter Leitplanken", so Rademachers metaphorisches Fazit. "Die allgemeinen Konjunkturdaten sind zu positiv, um schon jetzt die Standspur anzusteuern."