München. ZDK-Präsident Robert Rademacher kritisiert in einem Brief an Weller, dieser stemple „die Hälfte unserer Mitgliedsbetriebe als Schädlinge ab, die nur auf Kosten anderer leben“. Der Begriff „Parasit“ sei „schlicht inakzeptabel“. Sowohl er selbst als auch Bundesinnungsmeister Wilhelm Hülsdonk hätten „viele empörte Rückäußerungen“ erhalten. Er würde eine Entschuldigung von Weller begrüßen. Einige Leser der Automobilwoche äußerten sich ähnlich. Inhaltlich ging Rademacher in seinem Schreiben nicht auf Wellers Forderung ein. Dies holte eine Woche später ein Sprecher des Verbands nach. Durch eine Aufspaltung würde sich das Kfz-Gewerbe „massiv schwächen“, warnte er. „Die einzelnen Gruppen würden auseinanderdividiert und politisch gegeneinander ausgespielt.“ Zudem sei die Trennung in der geforderten Form gar nicht umsetzbar. Die Innungen, zu denen auch die freien Werkstätten gehören, seien eine tragende Säule des ZDK. Die Verbindung zum Handwerk zu kappen, wäre ein „Akt der Selbstverstümmelung“. Zuvor hatte der Präsident und Landesinnungsmeister des Kfz- Gewerbes in Bayern, Klaus Dieter Breitschwert, erklärt, er erwarte „von allen Organisationen unserer Verbandsstruktur“, dass diese Weller auch inhaltlich widersprechen. Auch er lehnte den Vorschlag zur Trennung ab. Beistand erhielt der ZDK vom Vorsitzenden des Bundesverbands freier Kfz-Händler (BVfK), Ansgar Klein. Zwar sei er froh, dass der BVfK den Spagat zwischen Fabrikatshandel und freien Werkstätten nicht machen müsse, dem ZDK gelinge das allerdings gut, sagte Klein. Weller bedauerte im Nachgang seine Wortwahl und räumte ein, dass „Trittbrettfahrer“ den Sachverhalt wohl besser treffe. Zudem versicherte er, keine Beleidigung beabsichtigt zu haben. Inhaltlich hält er an seiner Forderung aber fest. Er habe nichts gegen freie Werkstätten, sei aber überzeugt, die Markenbetriebe wären in einem eigenen Verband besser aufgehoben. Sein Kommentar habe durchaus polarisieren sollen, „damit eine Auseinandersetzung mit diesem Thema in Gang kommt“, sagte Weller. Die Diskussion sei „lange überfällig“. Er habe nach Veröffentlichung des Kommentars auf mehreren Branchenveranstaltungen „ausnahmslos Zuspruch“ für seinen Anstoß bekommen. Zu den Befürwortern von Wellers Vorschlag zählt Wilfried Blöbaum, Vorsitzender des Fiat- Händlerverbands. Weller hätte vielleicht einen anderen Begriff wählen können, in der Sache habe er aber recht, sagte Blöbaum. Es gebe einfach zu viele widerstrebende Interessen zwischen Freien und Markenhäusern.
Hitzige Debatte im ZDK hält an
Der Gastkommentar von Burkhard Weller in der Automobilwoche vom 4. November hat für Aufregung in der Branche gesorgt. Darin forderte der geschäftsführende Gesellschafter der Wellergruppe, den ZDK wieder in zwei Organisationen zu trennen: eine für den Markenhandel, eine für freie Betriebe. Die daraus entstandene Debatte entzündete sich vor allem an einer Passage, in der Weller von „Parasiten rund ums Auto, wie freie Werkstätten und Serviceketten“ schreibt, die von den Autos profitierten, die der Markenhandel mit allen dazugehörenden Kosten in den Markt gebracht habe.