Berlin. Bei der Suche nach einem geeigneten Nachfolger können Toyota-Händler in Deutschland künftig auf die Hilfe der Zentrale in Köln-Marsdorf zählen. Der Importeur bietet seinen Vertragspartnern in Zusammenarbeit mit zwei Beratungsunternehmen ein „Generationenmanagement“ und beschreitet damit einen neuen Weg. Denn nach eigenen Angaben ist Toyota das erste und bislang einzige Unternehmen der Branche in Deutschland mit einem derartigen Angebot. Bedarf für die Beratung gibt es allenthalben: Allein in den nächsten drei bis fünf Jahren müssen bis zu 120 Betriebe des Toyota-Händlernetzes, das rund 600 Standorte umfasst, eine Regelung für die Zeit nach dem Ausscheiden des Inhabers finden. „Würden diese Betriebe stillgelegt, wäre ein Absatzvolumen von rund 25.000 Einheiten gefährdet“, sagt Projektleiter Matthias Jun.
Toyota liegt damit sogar noch leicht unter dem Branchenschnitt: Nach Angaben des EMF-Instituts der Berliner Fachhochschule für Wirtschaft haben fast 40 Prozent der Autohäuser derzeit keinen geeigneten Nachfolger. Dass Sohn oder Tochter die Geschäftsführung übernehmen, ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Um in schwierigen Fällen den Betrieb weiterführen zu können, suchen die Berater mit dem Händler eine familieninterne Lösung oder bereiten einen Verkauf des Betriebs vor. Der Inhaber wird in finanziellen, rechtlichen und persönlichen Fragen von der Unternehmensberatung TMS oder dem Berater Netzwerk Automotive (BNA) unterstützt.
Auch Auswahl und Einarbeitung des neuen Chefs gehören zur Beratung, die auf ein bis zwei Jahre ausgelegt ist. „Die Übergabe eines Unternehmens in jüngere Hände ist extrem komplex“, sagt TMS-Vorstand Markus Kraemer. „Deswegen verschließen viele Händler zu lange die Augen und schieben das Problem immer weiter vor sich her.“ Toyota Deutschland steuert das Projekt, hält sich nach eigenen Angaben aber aus internen Angelegenheiten heraus und erhält auch keinen Einblick in persönliche Daten der Händler. In zwei Pilotbetrieben wurde das Generationenmanagement bereits erfolgreich umgesetzt. In beiden Häusern konnte eine familieninterne Lösung gefunden werden. Bis 2012 sollen etwa 50 Händler dem Beispiel folgen und mithilfe von Toyota die Nachfolge für den eigenen Betrieb regeln.