Berlin. Wer mit 50 km/h durch das Stadttor im baden-württembergischen Bruchsal fährt, hat danach mit großer Wahrscheinlichkeit einen Kratzer im Lack. Als im September 2013 die S-Klasse „Intelligent Drive“ auf ihrer Bertha-Benz-Jubiläumsfahrt autonom mit dieser Geschwindigkeit das Stadttor passierte, blieb der Wagen heil.
„Die Mitfahrer waren jedoch etwas beunruhigt, als wir so schnell durch das Tor gefahren sind“, sagt Dietmar Rabel. Er ist Entwickler und leitet den Bereich automatisiertes Fahren beim Kartendienstleiter Here, der die S-Klasse mit der Navigationssoftware für diese autonome Fahrt ausgestattet hat. Das mulmige Gefühl der Passagiere bestätigte die These von Rabel: Autonome Autos brauchen hier und da menschliche Verhaltensweisen, sonst werden sie gesellschaftlich nicht akzeptiert. Das Auto muss also vermenschlicht werden – Here nennt diesen Aspekt „humanized driving“.