München. Einen großen Teil dieser Summe zahlen die Versicherungen. Da läge es doch nahe, Sicherheits- und Fahrerassistenzsysteme mit niedrigeren Prämien zu belohnen. Doch die Allianz beispielsweise bietet keine speziellen Nachlässe für Autos mit zusätzlichen Fahrerassistenzsystemen. In der Regel wird die Ausstattung über die Einstufung des Autos in eine Typklasse abgebildet, heißt es vom größten deutschen Versicherer. Auch beim Vergleichsportal Check24 sind keine Tarife bekannt, bei denen die Versicherer über die aus Hersteller- und Typschlüsselnummern ablesbaren Informationen hinaus gezielt nach Fahrerassistenzsystemen fragen.
Helferlein senken die Prämie
Ganz anders sieht es dagegen bei den Herstellern aus. Im Volkswagen- Konzern gibt es beispielsweise bei den Marken VW, Audi und Škoda Rabatte für die selbst angebotenen Versicherungen, wenn sich die Käufer für Fahrerassistenzsysteme entscheiden. Je mehr Sicherheitshelfer, desto weniger muss für die Versicherung bezahlt werden: Bei drei Systemen sinkt die Prämie immerhin um ein Zehntel. Der Hersteller hat den Rabatt schon seit 2011 im Programm. Bei VW ist man sehr zufrieden damit, sagt ein Sprecher. Man könne sehr genau sehen, dass die Schadenshäufigkeit bei den so ausgestatteten Autos niedriger sei. Als Hersteller habe man hier einen besonders guten Einblick und könne dementsprechend genaue Tarife errechnen. Das lohne sich für beide Seiten. Zudem kurbelt der Rabatt natürlich auch den Absatz von Sicherheitssystemen an, dies sei deutlich zu bemerken. Also mehr Sicherheit für den Fahrer auf der einen Seite und besser ausgestattete und somit höherpreisige Autos auf der anderen. Auch bei Mercedes-Benz gibt es entsprechende Angebote. Die Sonderausstattung Fahrassistenz- Paket Plus inklusive aktivem Totwinkel- und Spurhalteassistent beispielsweise bringt 15 Prozent Rabatt. Auch hier wird mit der verringerten Unfallhäufigkeit argumentiert und mit der Förderung der eigenen Verkäufe. Bei BMW gab es in der Vergangenheit entsprechende Programme bei einzelnen Modellen, derzeit allerdings nicht. Man biete sie nur temporär, heißt es bei den Münchnern. Die Nachfrage sei allerdings „sehr gut“ gewesen.