Rüsselsheim. Das optische Konzentrat des Stimmungswandels ist der Monza Concept, ein futuristisches Auto mit XXL-Flügeltüren, kraftvoll- elegantem Design und einem zukunftsweisenden Innenraumkonzept. „Der Monza Concept stellt das Opel-Fahrzeug von morgen dar“, sagt Opel-Vorstandschef Karl-Thomas Neumann. Das gilt für bestimmte Designelemente, vor allem aber gilt es für das Metathema Vernetzung. Der wesentliche Baustein dazu ist eine über die komplette Armaturentafel laufende LED-Projektionsfläche. Auf dieser Fläche lassen sich ganz nach Bedarf und persönlichem Geschmack Informationen, Bedienelemente oder Deko-Grafiken anordnen – eine Weltneuheit im Autobereich. Um die Informationsflut einzudämmen, sind die Anzeigen nur dann zu sehen, wenn es notwendig ist oder wenn der Fahrer es wünscht. Es gehe um „die Vereinfachung der Vielfalt“, heißt es bei Opel programmatisch. Modernste Smartphone- oder Tablet-PC-Vernetzung sowie Car-to-Car- und Car-to-X-Anbindungen sind ebenfalls integriert. Die Konnektivität spielt allerdings nicht nur bei der Studie Monza ein zentrale Rolle, sondern auch in den aktuellen Opel-Modellen. Sowohl das „Intelli-Link“- System im Kleinwagen Adam als auch die Infotainmentlösungen im komplett überarbeiteten Opel Insignia (ebenfalls eine IAA-Premiere) sind dafür beispielhaft. Mit teils unterdurchschnittlichen Produkten begann die Misere der Rüsselsheimer, mit inzwischen überdurchschnittlich attraktiven Autos – etwa dem Mittelklasse- Cabrio Cascada oder dem B-Segment-SUV Mokka – soll nun endlich die Trendwende vollzogen werden. Mit dem jetzt debütierenden Insignia kommt das erste von insgesamt 23 neuen Modellen der nächsten Jahre auf den Markt. Ebenso stellt Opel auf der IAA eine neue, kleine Motorenfamilie vor – in Form eines Einliter- Dreizylinders. Nach den mittleren Benzinern und Dieselaggregaten sind damit auch die Antriebe des Herstellers auf dem neuesten Stand. Im Verbund mit den Maßnahmen des „Drive!2022“-Programms, das Opel ökonomisch wieder in die Erfolgsspur bringen soll, wirken die Neuheiten wie eine Frischzellenkur – allerdings in einem schwierigen Umfeld. Das vorläufige Ziel: Ab dem Jahr 2016 sollen bei der Traditionsmarke wieder schwarze Zahlen in der Bilanz blitzen.
Heimspiel für Opel mit neuer Sturmspitze
Wer das Schicksal von Opel in den vergangenen Jahren verfolgt hat, dem kann noch heute schwindelig werden. Die Ereignisse überstürzten sich bisweilen, und es ging teilweise so steil bergab, dass eine harte Landung unvermeidlich schien. Vergangenheit. Jetzt, zur IAA, also zum Messe-Heimspiel der Marke aus Rüsselsheim, ist der alte Opel-Geist wieder erwacht, der Autobauer hat sein Gespür für Trends wiedergefunden und, vor allem, seine Zuversicht.