Las Vegas. General Motors will sich im Rennen um die Spitze der erfolgreichsten Hersteller von Elektroautos eine bessere Ausgangslage verschaffen. "Wir bringen das erste Batteriefahrzeug mit alltagstauglicher Reichweite zu bezahlbaren Preisen", sagte GM-Chefin Mary Barra zur Enthüllung des Kleinwagens Chevrolet Bolt auf den Messen in Las Vegas und Detroit.
Bei rund 320 Kilometern Reichweite und einem staatlich geförderten Preis von knapp 30.000 Dollar will Barra damit vor allem Tesla-Chef Elon Musk zuvorkommen, der mit dem Model 3 ein ähnliches Fahrzeug angekündigt hat. Während Musk sein erstes Massenmodell frühestens 2017 auf den Markt bringen wird, soll der Chevrolet bereits Ende 2016 in den Handel kommen, sagte Barra. Der auf einer neuen Plattform ohne Teile des Plug-in-Modells Volt entwickelte Bolt zielt auch auf E-Modelle wie den BMW i3 und den Nissan Leaf, die er bei Reichweite und Platzangebot überbietet.
Die Fahrleistungen sind mit einem Sprintwert unter sieben Sekunden und 145 km/h Spitzentempo konkurrenzfähig. Barra verspricht Standzeiten von bestenfalls weniger als 60 Minuten für eine 80-Prozent-Ladung.
Obwohl zunächst nur für den US-Markt geplant, hat der wie eine Mischung aus BMW i3 und Mercedes B-Klasse gezeichnete Fünfsitzer auch eine europäische Dimension. Denn zumindest seine Plattform mit dem 200 PS starken E-Motor und dem 60 Kilowattstunden großen Lithium-Ionen-Akku im Wagenboden wird noch in diesem Jahr auch Opel für sein erstes eigenes Elektroauto nutzen.