München. Teure Rabattschlachten in Nordamerika, Käuferstreik in Japan, CO2-Agonie in Westeuropa - auf etablierten Märkten haben es Automanager derzeit nicht leicht. Und mit China wächst nach dem Siegeszug der Japaner und Koreaner auch noch in rasantem Tempo ein dritter Wettbewerber aus Asien heran, der im harten Konkurrenzkampf an den weltweiten Pkw-Pfründen teilhaben will.
Vor allem für die alteingesessenen Hersteller in Westeuropa sind das ziemlich düstere Aussichten - ginge der Autoindustrie nicht im Osten die Sonne auf: "Russland auf dem Weg zum größten Automarkt in Europa" lautet der Titel einer Analyse, die vor wenigen Tagen das Prognoseinstitut Polk präsentierte. Ihr Fazit ist so verheißungsvoll wie provokant.
Verheißungsvoll, weil laut Polk-Befund "ein Ende der Nachfragedynamik in Russland nicht absehbar" ist. Mit rund 2,3 Millionen Neuzulassungen im Jahr 2007 rangiert der russische Markt im europäischen Vergleich hinter Deutschland, Italien und Großbritannien bereits auf Rang vier. Doch "spätestens 2010" wird Russland mit seinen mehr als 140 Millionen Einwohnern "zum größten Absatzmarkt für neue Pkw in Europa geworden sein".