Frankfurt/Main. Mit Hochdruck arbeitet die Industrie an Roboterautos – und jetzt zieht auch die Politik mit: Die Bundesregierung will Deutschland beim automatisierten und vernetzen Fahren zum "Leitmarkt" machen, Deutschland soll eine Vorreiterrolle spielen. Um die Weichen für die Unternehmen zu stellen, beschloss das Bundeskabinett ein Strategiepapier, das Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) den G7-Verkehrsministern am Rande der IAA in Frankfurt vorstellte. Dieses Papier soll, so Dobrindt, Deutschland in ein "neues Mobilitätszeitalter" führen.
Zudem wollen Industrie und Politik dem autonomen Fahren global einen Schub geben – darum das Treffen der G7. "Wir setzen uns auf internationaler Ebene dafür ein, die zulässige Höchstgeschwindigkeit für den Einsatz automatisierter Fahrsysteme von bislang 10 km/h auf 130 km/h zu erhöhen und automatisierte Spurwechsel zu ermöglichen", heißt es in Dobrindts Papier.
Für die Autohersteller beinhalten diese Ankündigungen nichts Neues. "Dieser Schritt ist der einzig konsequente und das, was wir erwartet haben. Er war notwendig, denn die Gesetzeslage muss für diese Technologien angepasst werden", sagt ein Audi-Sprecher. "Bislang sind die USA handlungsfähiger." In einigen US-Bundesstaaten sind Alltagstests von hochautomatisierten Systemen möglich, wie sie in Deutschland nur unter hohen Sicherheitsvorkehrungen gemacht werden dürfen. Dobrindt geriet also unter "strategischen Zugzwang", war aus Herstellerkreisen zu erfahren.