Attendorf. Das Gespräch beginnt mit einem klaren Bekenntnis: „Die Zukunft des Autos ist elektrisch“, sagt Arndt G. Kirchhoff, Vorsitzender der Geschäftsführung von Kirchhoff Automotive. Die beginne aber nicht morgen: „Es wird nicht Jahre, sondern Jahrzehnte dauern, bis Elektromobilität Realität wird.“ Innovationsbremse sei jedoch nicht die Batterie, sondern vielmehr die Energieversorgung. „So wie Autobahnen und Eisenbahnstrecken gilt es Stromtrassen zu planen, zu genehmigen und zu bauen. Bevor wir das nicht geschafft haben, wird Elektromobilität kaum in Gang kommen.“
Die Genehmigungen sollten aber nicht 20 Jahre dauern. Das Prozedere wäre in fünf Jahren möglich, gibt er sich optimistisch. Während die Elektromobilität für viele Mittelständler, die mit dem Antriebsstrang beschäftigt sind, eine Bedrohung darstellt, ist sie für Kirchhoff eine Chance. Denn der Zulieferer fertigt Strukturen für Karosserie und Fahrwerk. Bevor überhaupt von E-Mobilität gesprochen wurde, war bei den Südwestfalen Leichtbau längst auf der Tagesordnung. „Weniger Energieverbrauch durch leichte Teile – dieses Thema ist bei Kirchhoff ganz alt“, sagt Kirchhoff.
Durch Elektromobilität erfährt es eine Renaissance, weil die Fahrzeuge leicht sein müssen, um die Reichweite zu verlängern und Ressourcen zu sparen. Für Elektromobilität ist Kirchhoff daher in der Pole-Position. Kirchhoff Automotive habe die Karosserie zwar immer leichter gemacht, de facto sind die Autos aber immer schwerer geworden. „Sicherheit akzeptiere ich, aber Komfort muss nicht sein. Deutsche Ingenieure können viel, bauen aber zu viel ein“, ist Kirchhoff überzeugt. Elektromobilität verlange jedoch nach leichteren Autos und bezahlbarer Mobilität – Gründe, die den Einstieg von Kirchhoff bei der Aachener Streetscooter GmbH erklären.