München. Schweiz vor Schwaben – Emil Frey hat die AVAG überholt: Seit dem Jahr 2007 veröffentlicht die Automobilwoche in Zusammenarbeit mit dem Geislinger Institut für Automobilwirtschaft (IFA) ein Ranking der umsatzstärksten deutschen Autohandelsgruppen. In jedem Jahr fand sich seither die Augsburger AVAG an der Spitze – meist gefolgt vom deutschen Teil der Schweizer Emil-Frey-Gruppe.
Doch im vergangenen Jahr kam es zur Ablösung im Reich der Handelsriesen. Denn während die AVAG 2013 auf Konsolidierung setzte und sogar einen kleinen Umsatzrückgang verzeichnete, ging bei Emil Frey das Wachstum kräftig weiter – mit dem Ergebnis, dass die Schweizer nun mit mehr als 100 Millionen Euro Vorsprung an der Spitze des Umsatzrankings stehen.
Diese Position verdankt das Unternehmen vor allem seiner deutlichen Führung im Neuwagengeschäft, wo es auf fast eine Milliarde Euro Umsatz kommt. Mit deutlichem Abstand folgt hier die Gottfried-Schultz-Gruppe vor der AVAG. Bei den Umsätzen in der Werkstatt und im Teilegeschäft setzte sich wiederum die AVAG an die Spitze, jeweils gefolgt von Emil Frey. Dabei machten die Augsburger im Teilegeschäft mehr als doppelt so viel Umsatz wie Mitbewerber Emil Frey.
Ein Sonderfall ist das Autohaus Wolfsburg: Es liegt im Gesamtumsatzranking auf Platz zehn, fehlt aber in den vier Einzelrankings, weil nur der Gesamtumsatz ausgewiesen wurde. Eine Differenzierung fehlt auch bei der Bamberger Scholz-Gruppe, und zwar nach den Umsätzen in den Bereichen Werkstatt und Teile. Im Gesamtumsatzranking liegt das Unternehmen mit 411 Millionen Euro auf Platz 21. Fast ein Viertel davon (99 Millionen Euro) entfällt auf das Werkstatt- und Teilegeschäft. Das könnte für einen Platz in den Top Ten in einem der beiden Bereiche genügen.
Im Gebrauchtwagengeschäft überflügelt die Wellergruppe die Konkurrenz mit ihrem Umsatz. Das Unternehmen erwirtschaftet hier gut die Hälfte seiner gesamten Erlöse und deutlich mehr als im Neuwagengeschäft – ein Alleinstellungsmerkmal unter den Top-Ten-Händlern.