Im Januar war es wieder so weit: Das KBA präsentierte die Kurzzulassungsstatistik. Die amtliche Übung soll zeigen, wer die Zulassungsergebnisse schönt. Wir können aufatmen -- die Zahl sinkt. Nur 131.854 Pkw oder 3,9 Prozent aller Neuanmeldungen sind Kurzzulassungen. 2003 waren es noch fünf Prozent. "Den mit Abstand grössten Brocken von 21.606 Tageszulassungen nimmt Renault für sich in Anspruch. Die deutschen Marken bewegen sich zwischen 0,9 Prozent (Opel) und 3,9 Prozent (Ford) auf relativ niedrigem Niveau", teilt die Behörde mit. Sieht man also von Bösewicht Renault ab, ist die KBA-Welt durchaus in Ordnung.
Gastkommentar - Überflüssiger Statistik-Ballast
Dieser naiven KBA-Sicht steht der raue Markt gegenüber. Nach unseren Erhebungen wurde im Sommer 2005 ein historisches Rabatt-Niveau von durchschnittlich 16 Prozent erreicht -- derzeit liegt es bei 14 Prozent. Allein während der Golf-Kampagne im Sommer räumten VW-Händler bis zu 21 Prozent Nachlass ein. Andere Marken waren kaum zurückhaltender. Und es wurden taktische Zulassungen gemacht, dass sich die Balken biegen.
Bester Indikator dafür ist der Zulassungsanteil, der auf private Halter entfällt. So wurden 2005 nur 32,2 Prozent aller Opel-Fahrzeuge auf Privatkunden zugelassen, der Rest ging an Firmen. Höhepunkt war der Dezember, als der Privatkundenanteil bei Opel auf nur noch 20,2 Prozent sank. Man muss nur die Tageszeitung aufschlagen, und grossformatige Opel-Händler-Anzeigen -- "12 zugelassene Astra, 17 zugelassene Corsa..." -- springen ins Auge. Selbstverständlich mit Zusatzrabatt durch Sonderfinanzierung.
Fazit: Der Markt ist voller Incentives. Die KBA-Kurzzulassungsstatistik verschleiert die Realität. Da das Werk keinerlei Aussagegehalt hat, sollte man es einstellen.
*Ferdinand Duddenhöffer leitet das Institut für Automobilwirtschaft an der FH Gelsenkirchen.