Nicht der Preis, das Image zählt: Die deutschen Autohersteller fahren im Unternehmensranking (Top 50) des aktuellen Excellence Barometers der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ) mit drei Premiummarken in die Top 10. Porsche, BMW und Audi erkämpfen sich ihren Lorbeer dabei klar in den Kategorien "Produkt- und Dienstleistungsqualität", "Innovation" und "Image", wo sie die Plätze eins bis drei fest im Griff haben. Damit kompensieren sie sogar die Abstrafung in der Kategorie "günstige Preise" (Rang 50, 47 und 45) und setzen selbstbewusst einen krassen Gegenpol zur auslaufenden "Geiz-ist-geil"-Welle. Qualität zählt eben doch!
Gastkommentar - Qualität zählt, nicht der Preis
Premiumhersteller Mercedes-Benz musste wegen fehlerhafter Technik 1,3 Millionen Fahrzeuge in die Werkstatt zurückrufen und ist im Ranking mit Platz 34 deutlich abgeschlagen. Wenn zu Qualitätsproblemen noch öffentliche Debatten um Standortschliessungen hinzukommen, wundert es nicht, dass Opel und Ford auf den Plätzen 46 und 47 landen. Zwar gehören die Fahrzeuge der deutschen Hersteller technisch noch immer zur Spitzenklasse. Doch immer häufiger werden Trends und Innovationen wie der Hybrid-Antrieb von anderen Autobauern gesetzt. Toyota (von Rang 30 auf 17 geklettert) zeigt, wie bei einem gefestigten Qualitäts-Image selbst Rückrufe (allein 2005 880.000 Fahrzeuge) eine Marke nicht ramponieren.
Rationalisierungs- und Kostendruck dürfen nicht zu Lasten der Produktqualität gehen. Entscheidend ist daher das konsequente Qualitätsmanagement im Unternehmen. Insbesondere das Bewusstsein bei Führungskräften und Mitarbeitern ist ausschlaggebend. Das sind die einfachsten Grundregeln des Qualitätsmanagements -- und die zahlen sich am Ende aus.
* Wolfgang Kaerkes ist Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ)