Paris. Jaguar und Land Rover, die britischen Traditionsmarken des indischen Tata-Konzerns, investieren in den nächsten Jahren verstärkt in das Thema CO2-Vermeidung. „Wir werden dafür sorgen, dass die Kunden einen Range Rover auch künftig fahren können, ohne sich rechtfertigen zu müssen“, sagte Carl-Peter Forster, Vorstandschef von Tata Motors, auf dem Automobilsalon in Paris. „Das Auto muss dazu radikal abspecken“, fügte er hinzu. Forster und Jaguar/Land Rover- Chef Ralf Speth wollen dafür sorgen, dass große und luxuriöse Autos wie der Range Rover oder der Jaguar XJ auch künftig noch „sozial akzeptiert“ werden, sagten beide Manager. Aktuell verkaufen die britischen Marken von ihren Luxus-Modellen mehr als je zuvor: In Europa gehören sie zu den am schnellsten wachsenden Marken. In Deutschland beträgt das Absatzplus aktuell 36 Prozent. Zu Jahresbeginn hatte Deutschland- Chef Peter Modelhart mit „zehn bis 15 Prozent“ Plus gerechnet. Forster: „Wir können derzeit einfach nicht genug Autos liefern.“ 2010 sind die Autos ausverkauft. Die Gewinne aus dem unerwarteten Boom sollen nun zum großen Teil in die Zukunftssicherung der Marken fließen. Neben neuen Technologien wie Hybrid und Plug-in-Hybrid zählt auch der Ausbau der China-Präsenz dazu: „Wir wollen in China Autos bauen und suchen einen lokalen Partner“, bestätigte Forster.
Für Akzeptanz sorgen
Am anderen Ende der Produktpalette von Tata, beim indischen Billigauto Nano, denkt Forster ebenfalls über die Eroberung neuer Märkte nach. Der Wagen sei ideal für Länder wie Malaysia, die Philippinen oder Afrika, wo es vor allem um preiswerte Einstiegsmotorisierung gehe. Forster: „Das Auto kann auch außerhalb Indiens erfolgreich sein.“ 190.000 Nano zum Preis von umgerechnet 1700 Euro hat Tata bisher verkauft. Das Billigauto nach Europa zu bringen, hat für Forster derzeit keine Priorität. Die Umrüstung auf europäische Sicherheitsstandards und Kundenbedürfnisse sei zu aufwendig. Nach der Wirtschaftskrise, die den Pkw- und Lkw-Hersteller Tata im Jahr 2009 schwer getroffen hatte, steht der Konzern aktuell gut da: „Wir sind überall da erfolgreich, wo derzeit Geld verdient wird: bei Kleinwagen, Luxusautos und Lkw.“