Hannover. Im Management des VW-Konzerns steht eine Top-Personalie an. Nach Informationen von Automobilwoche plant Bernd Wiedemann, Vorstandsvorsitzender von Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN), für Anfang nächsten Jahres aus persönlichen Gründen seinen Abschied. Der Maschinenbauingenieur, seit 1971 bei VW tätig und Vater zweier kleiner Kinder, hat nach Angaben einer Führungskraft bei VW-Konzernchef Bernd Pischetsrieder bereits um die Einwilligung zum Ausstieg ersucht.
Führungswechsel bei VW
Es gilt als sicher, dass Stephan Schaller, das für Produktherstellung verantwortliche VWN-Vorstandsmitglied, die Nachfolge Wiedemanns antreten wird. Der andere Kandidat auf den Posten, der frühere VWN-Vertriebsvorstand Michael Kern, hatte den Weg durch seinen Wechsel zu VW-Pkw frei gemacht. Schaller, der zuvor in BMW-Diensten stand, ist ein enger Vertrauter von Pischetsrieder.
"Mit dem Caddy, der Baureihe T5 und den Constellation-Trucks hat Wiedemann der Marke jetzt eine verheissungsvoll junge Modellpalette verschafft", urteilt ein Wolfsburger Topmanager. "Und da VWN wirtschaftlich inzwischen sehr solide dasteht, könnte Wiedemann keinen besseren Zeitpunkt für den Stabwechsel finden."
Auf den künftigen VWN-Lenker kommen dennoch grosse Herausforderungen zu. So ist für 2009 der Anlauf eines so genannten Robust Pick-up geplant, zunächst aus argentinischer Fertigung und bestückt mit Motoren aus dem Lieferwagen Crafter. Den ebenfalls für 2009 anvisierten Microbus auf Basis des T5 möchte VWN nun bereits auf der Nfz-IAA 2008 zeigen. Und im Hinblick auf schärfere Abgasnormen erwägt VWN den Einsatz innovativer TSI-Aggregate.