Bilbao. John Fleming, Chef von Ford of Europe, will sich erneut die Kostenstruktur des Unternehmens ansehen, "wenn der europäische Automarkt in diesem Jahr nicht die 14 bis 15 Millionen Fahrzeuge erreicht, die wir prognostizieren“. Das erste Quartal sei für Ford gut gelaufen, "weil wir noch Nachwirkungen der Abwrackprämien gespürt haben“. Im zweiten Quartal habe sich die Nachfrage auf ein "natürliches Niveau“ abgekühlt, sagte der Ford-Manager beim Kongress von Automotive News Europe in Bilbao. Wo der Markt am Jahresende landen wird, sei schwer einzuschätzen, so Fleming.
Ford of Europe hat im Gegensatz zu den meisten Wettbewerbern seine Kapazitäten bereits vor der Krise angepasst und die Kosten um eine Milliarde Euro gesenkt. Dadurch sei das Unternehmen auch 2008 und 2009 in Europa profitabel gewesen, sagte Fleming. Dennoch gebe es weiterhin Überkapazitäten von 35 Prozent im Markt. "Wenn wir dieses Problem nicht lösen, werden wir keine starke, nachhaltige Automobilindustrie in Europa haben.“ Denn Überkapazitäten führten zu einem Preiskampf, unter dem auch die Hersteller litten, die ihre Hausaufgaben gemacht hätten.
Durch den Preisdruck auf dem europäischen Automarkt können die Hersteller nicht die nötigen Mittel erwirtschaften, die sie unter anderem in die geforderte Reduzierung der CO2-Emissionen investieren müssen. Nach Berechnungen des Autoanalysten Arndt Ellinghorst von Credit Suisse werden die Hersteller dafür in Europa pro Fahrzeug zwischen 500 und 800 Euro ausgeben müssen. "Und das in einer Situation, in der die meisten Hersteller pro Auto nicht mehr als 300 Euro verdienen.“ Das werde für einige Autobauer sehr schwer.