München. Die deutschen Autohändler konnten im ablaufenden Geschäftsjahr über die Rahmenbedingungen kaum klagen: Eine gute Nachfrage von privaten und gewerblichen Kunden, keine überhöhten Lagerbestände, keinen Lieferdruck seitens der Hersteller, günstige Zinsen und vernünftige Lohnabschlüsse machte Robert Rademacher, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Kfz- Gewerbes (ZDK), für 2011 aus. Kurzum: „Märchenhafte Rahmenbedingungen“, wie Rademacher sagte. Eigentlich müssten die Händler in solchen Zeiten drei oder vier Prozent Rendite einfahren. Aber es werden laut ZDK nur zwei Prozent sein – und damit ist sogar schon das Rekordniveau dieses Jahrhunderts erreicht.
Wesentlicher Grund, weshalb die Rendite hinter den Möglichkeiten bleibt, sind die hohen Rabatte, die vor allem im Internet als Lockmittel eingesetzt werden. Ferdinand Dudenhöffer, der mit seinem CAR-Institut monatlich den Gradmesser für den Rabatt- Irrsinn liefert, verzeichnete im Oktober die höchsten Nachlässe seit Beginn seiner Analyse. Mehr als 18 Prozent habe der tatsächliche Verkaufspreis im Oktober unter dem Listenpreis gelegen. Im November ging das Rabattniveau nur unwesentlich zurück. Die höchsten Rabatte geben weiterhin italienische und französische Autobauer. Für den Fiat Panda und den Citroën C1 etwa gibt es mehr als 30 Prozent Nachlass. Aber auch Auslaufmodelle wie der Dreier von BMW werden im Leasing 30 Prozent unter Listenpreis angeboten. Selbst monatelange Lieferzeiten Mitte des Jahres haben Hersteller und Händler kaum dazu genutzt, die Nachlässe nennenswert zu reduzieren.