München. Die Schweizer Rieter Holding war lange Zeit ein Unternehmen mit zwei sehr unterschiedlichen Standbeinen. Einerseits stellt das traditionsreiche Unternehmen als weltweit führender Anbieter Kurzstapelspinnereimaschinen für die Textilindustrie her, zum anderen belieferte es die Automobilindustrie mit Komponenten für das Akustik- und Wärmemanagement. Die Automobilsparte haben die Schweizer im Frühjahr 2011 ausgegliedert und unter dem Namen Autoneum an die Börse gebracht, wo das neue Unternehmen zum stolzen Erstkurs von über 90 Euro notiert wurde. Tatsächlich waren die Aussichten günstig: Weltweit boomte das Automobilgeschäft und Autoneum schien gut gerüstet, an der guten Branchenkonjunktur zu partizipieren.
Dennoch wurden die Aktionäre nicht recht froh. Erst dümpelte der Aktienkurs trotz stolzer Wachstumsraten so dahin. Dann setzte sich in den Sommermonaten eine breite Skepsis hinsichtlich der weiteren Automobilkonjunktur durch: Die Euro-Schuldenkrise, eine schwache US-Konjunktur und ein Abschwung in China drohten den weltweiten Autoabsatz zu bremsen. Im Zuge dessen stürzten auch die Kurse der Autoneum-Anteilsscheine trotz anhaltend hoher Wachstumsraten ab. Grund dafür ist wohl auch, dass dem Börsenneuling Autoneum bislang noch die Bekanntheit bei Investoren fehlt, um sich erfolgreicher gegen den Markttrend stemmen zu können.