München. Die weltweite Absatzkrise hat dem Branchenbegriff „Serienfertigung“ eine zweite Bedeutung gegeben: Selbst bei den erfolgsverwöhnten deutschen Autobauern und Zulieferern denkt man dabei mittlerweile auch an die schlechten Nachrichten, die man am laufenden Band produziert. Ob Volumen- oder Nobelmarke, ob Kleinteilefertiger oder Systemlieferant: Die rückläufige Nachfrage schlägt voll durch auf die Werke der Leitindustrie – hinweg über sämtliche Wertschöpfungsstufen.
Ford muss den Ausstoß des Kölner Motorenwerks schleunigst zurückfahren, BMW schickt Tausende Beschäftigte in Kurzarbeit. Zulieferer wie TMD Friction und Wagon Automotive sind mittlerweile insolvent. Selbst Porsche, der profitabelste Pkw-Anbieter der Welt, sieht sich nach Angaben des Vorstands nun zu „einschneidenden Maßnahmen“ gezwungen und will die „Produktion drosseln“. Konzernlenker Wendelin Wiedeking rechnet fest mit einer „Rezession, wie wir sie seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt haben“.
Die ganze Misere der Branche brachte VW-Chef Martin Winterkorn, gewiss kein notorischer Pessimist, vor seinen Führungskräften in Dresden jüngst auf den Punkt: „Die jetzige Krise ist die schwierigste Situation, an die ich mich in meinen 30 Jahren in der Automobilindustrie erinnern kann.“