München. Nach einem katastrophalen Autojahr auf dem russischen Markt mit einem Rückgang der Verkaufszahlen für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge in den ersten elf Monaten 2015 um 34,5 Prozent auf 1,45 Millionen ist auch für 2016 keine Besserung in Sicht. Deshalb pumpt die Regierung weiter Geld in die darbende Autoindustrie. 20 Milliarden Rubel, umgerechnet 253 Millionen Euro, sollen laut Industrie- und Handelsminister Denis Manturow im ersten Halbjahr fließen.
Weil die Nachfrage schwach ist, haben viele Autowerke über den Jahreswechsel deutlich länger geschlossen. Mehrere Hersteller haben kürzere Arbeitszeiten angekündigt. So führt Russlands größte Autofirma AvtoVAZ ab 15. Februar in Togliatti zunächst für ein halbes Jahr die Vier-Tage-Woche ein.
Nur vier Tage pro Woche wird zwischen Februar und Juli auch im PSA- und Mitsubishi-Gemeinschaftsunternehmen PCMA in Kaluga gearbeitet. Nissan wiederum streicht im Frühjahr die zweite Schicht in St. Petersburg. Dort wurde zwar im Herbst die Montage des Qashqai eingeführt, aber dafür das große Stufenheckmodell Teana gestoppt.
Mit einem verhältnismäßig leichten Rückgang um 6,3 Prozent auf 215.000 Autos rechnet Choi Dong El, Generaldirektor der Hyundai-Fabrik in St. Petersburg. Zusätzlich zu Hyundai Solaris und Kia Rio wollen die Koreaner 2016 die Produktion des Crossover-Modells Hyundai Creta starten.