Wolfsburg. VW-Chef Martin Winterkorn lässt die Umsatzträger der Kernmarke Volkswagen einem umfassenden Feinschliff unterziehen. Ausweislich eines internen Maßnahmenkatalogs, der Automobilwoche vorliegt, werden viele Ausstattungsumfänge im Zuge des Modelljahreswechsels ab sofort technisch und optisch aufgewertet.
So soll beim Golf die bislang klobige Fernbedienung für die Standheizung fortan deutlich kleiner und mit einem Gewicht von weniger als 25 Gramm spürbar leichter ausfallen. Für die preisgünstigen "Tour"-Modelle sind - auch beim Golf Plus - nun Multifunktionslenkräder bestellbar. Der Golf-Ableger Touran erhält ein Navigationsgerät mit 30-Gigabyte-Festplatte, die einen externen CD-Wechsler überflüssig macht.
Übereinstimmend berichten Insider, dass Winterkorn wie schon Wolfgang Bernhard, sein Vorgänger als VW-Markenchef, bei der Modellpflege streng auf Kostenhygiene achtet. "Wir haben genug Ingenieure, um mit dem gleichen Geld die Autos schöner zu machen", so Winterkorn jüngst im Interview mit dieser Zeitung.
Beim Cabriolet Eos etwa wird die "Multimediabuchse zum Anschluss externer Mediaquellen" jetzt schlicht vom Handschuhfach in die Mittelkonsole verlegt - die zuvor von vielen Kunden vermisste Beleuchtung des Ablagefachs fließt seit Produktionswoche 22 (Ende Mai) in die Serienfertigung ein. Überdies beinhalten die sogenannten Licht-und-Sicht-Pakete des Eos erstmals die Absenkung des rechten Außenspiegels bei rückwärtigen Rangiermanövern.
Beim Passat erweitert VW das ESP um Gegenlenkunterstützung. Und beim SUV Touareg ist das gefällige Dekor "Pappelmaser" nun auch in Verbindung mit Schaltgetriebe zu haben. Winterkorn: "Hochwertiger zu wirken, muss nicht unbedingt mehr kosten."